Junge Reiterinnen und Reiter vor ihrem Wettkampf am ersten Turniertag des Reitercorps Lintorf. Foto: Iljana Strenger
Junge Reiterinnen und Reiter vor ihrem Wettkampf am ersten Turniertag des Reitercorps Lintorf. Foto: Iljana Strenger

Ratingen. Regenschirme am Parcours, nasser Sand unter den Hufen und trotzdem Applaus bis in die Abendstunden: Das Lintorfer Reitercorps hat am Wochenende gezeigt, warum sein Traditionsturnier seit mehr als 60 Jahren zu den festen Größen im Pferdesport der Region gehört. Auch in diesem Jahr zog die viertägige Veranstaltung zahlreiche Besucherinnen und Besucher auf die Reitanlage am nördlichen Rand Ratingens. Das wechselhafte Wetter konnte der Stimmung dabei kaum etwas anhaben. 


Bereits am Donnerstag begann das Turnier mit Prüfungen der jüngeren Reiterinnen und Reiter, die ihr Können in Spring- und Dressurwettbewerben unter Beweis stellten. Im Laufe des Wochenendes rückten zunehmend anspruchsvollere Prüfungen in den Mittelpunkt. Vor allem die Springprüfungen sorgten bei den Zuschauern immer wieder für Spannung und mitreißende Momente. Parallel dazu boten die Dressurprüfungen ruhigere, aber nicht weniger eindrucksvolle Einblicke in das harmonische Zusammenspiel von Pferd und Reiter. So entstand über vier Tage hinweg ein abwechslungsreiches Programm, begleitet von regem Austausch zwischen Aktiven, Familien und Pferdefreunden. 

Auf der weitläufigen Anlage mit mehreren Dressur- und Springplätzen herrschte über das gesamte Wochenende eine lebendige Atmosphäre. Immer wieder wurde mitgefiebert, applaudiert und angefeuert, auch dann, wenn kräftige Regenschauer über das Gelände zogen. „Die Stimmung ist total super“, lautete das Fazit vieler Besucher. Besonders bemerkenswert sei gewesen, dass selbst bei starkem Regen zahlreiche Gäste bis in die Abendstunden geblieben seien. „Die Leute sind alle so gut drauf. Man muss sich echt wundern“, sagte ein langjähriger Begleiter des Vereins. 

Für Lintorf ist das Turnier längst mehr als ein sportlicher Termin. Es ist ein Treffpunkt für Vereinsmitglieder, Familien, Reitsportfreunde und viele Gäste, die das Wochenende seit Jahren fest im Kalender haben. Gerade diese Mischung aus sportlichem Anspruch und familiärer Atmosphäre prägt den besonderen Charakter der Veranstaltung. 

Für zusätzliche Unterhaltung sorgte in diesem Jahr erstmals eine besondere Abendveranstaltung. Täglich gegen 18 Uhr begann eine Team-Staffel, die schnell zum Publikumsmagneten wurde. Dabei stand weniger der klassische Reitsport als vielmehr Spaß, Geschicklichkeit und Teamgeist im Vordergrund. Dreierteams mussten sich in verschiedenen Disziplinen beweisen, darunter Schubkarrenrennen, ein kleiner Parcours mit dem E-Mountainbike sowie Lasergewehrschießen. Die ungewöhnliche sportliche Kombination sorgte für großen Zuspruch: Die Zuschauer feuerten die Teams lautstark an, lachten gemeinsam über missglückte Manöver und feierten die Gewinnerteams am Abend mit großem Applaus. Die jeweils drei besten Mannschaften wurden feierlich ausgezeichnet. 

Viele Besucher blieben eigens für den neuen Wettbewerb länger auf dem Gelände. „Wir hatten alle totalen Spaß. Es ist wunderschön. Besser geht’s eigentlich nicht“, fasste ein Gast die Stimmung zusammen. Mit der Team-Staffel gelang dem Reitercorps ein Format, das den sportlichen Charakter des Turniers nicht ersetzte, sondern ergänzte. Es brachte zusätzliche Leichtigkeit auf die Anlage und sorgte dafür, dass viele Gäste auch nach den klassischen Prüfungen noch blieben. 

So wurde das Lintorfer Reitturnier auch in diesem Jahr zu mehr als einer sportlichen Veranstaltung. Es zeigte die Verlässlichkeit eines eingespielten Vereins, die Begeisterung der Reitsportgemeinschaft und die besondere Fähigkeit, selbst aus einem verregneten Turniertag ein gemeinsames Erlebnis zu machen. Am Ende blieb der Eindruck eines Wochenendes, an dem nicht das Wetter den Ton angab, sondern Pferdesport, Teamgeist und die Freude am Miteinander.