
Ratingen. Jubel, Nervosität, Bundesliga-Atmosphäre und ganz viel Leidenschaft für einen Sport, der in Deutschland häufig noch unter dem Radar läuft: Die Damenmannschaft der Ratinger Goose-Necks hat am vergangenen Wochenende ihren ersten Heimspieltag der neuen Softball-Saison bestritten. Auch wenn die Goose Necks den favorisierten Cologne Cardinals in beiden Partien unterlagen, machte der „Home Opener“ deutlich, welches Potenzial in der Mannschaft und im Softball-Standort Ratingen steckt.
Bereits vor dem ersten Pitch herrschte auf dem New Hermann’s Field in Breitscheid spürbar Bundesliga-Atmosphäre. Für die Eröffnungszeremonie und den First Pitch, der dem CDU-Vertreter Jan Heinisch oblag, hatten sich bereits zahlreiche Zuschauer rund um das Spielfeld versammelt, welche die Spielerinnen über das gesamte Spiel hinweg mit Herzblut unterstützen. Sportlich verlief der Heimauftakt allerdings schwierig. Die Cologne Cardinals, die als Mitfavorit auf den Titel gelten, spielten ihre Qualität konsequent aus und entschieden beide Begegnungen klar für sich. Die Goose-Necks hingegen konnten ihre Trainingsleistungen nur selten auf das Feld übertragen. „Der Start war sportlich herausfordernd“, ordnete die Mannschaft nach dem Spieltag ein. „Auch wenn die Ergebnisse deutlich waren, sehen wir sie als wichtigen Lernschritt.“
Dabei hatte der Saisonstart eine Woche zuvor noch für Euphorie gesorgt: Gegen die NSF Berlin Ravens gewannen die Ratingerinnen beide Auswärtsspiele und setzten sich zwischenzeitlich sogar an die Spitze der Bundesliga-Nord-Tabelle. Die Zielsetzung bleibt deshalb trotz der Heimniederlagen unverändert klar: der Einzug in die Playoffs. „Diese Niederlagen ändern nichts an unserer Zielsetzung, sondern schärfen unseren Fokus“, erklärte das Team.
Sei 2023 spielen die Goose-Necks in der ersten Softball-Bundesliga und arbeiten kontinuierlich daran, sich in Deutschlands höchster Spielklasse zu etablieren. Besonders bemerkenswert ist dabei der persönliche Aufwand hinter dem Bundesliga-Alltag: Da professionelle Strukturen im deutschen Softball bislang nur begrenzt vorhanden sind, betreiben die Spielerinnen den Leistungssport parallel zu Schule, Studium oder Beruf.
Dabei verstehen sich die Goose-Necks längst nicht nur als Bundesliga-Mannschaft, sondern als gesamte Vereinsgemeinschaft. Rund 200 Mitglieder zählt der Verein inzwischen. „Softball ist ein sehr vielseitiger Sport“, erläutert die Mannschaft. Viele Situationen würden im direkten Duell entschieden. Gleichzeitig sei es aber immer die Teamleistung, die letztlich über Sieg oder Niederlage entscheide. Genau dieser Teamgedanke prägt auch den Verein selbst – ob Nachwuchsbereich oder Bundesliga-Mannschaft, der familiäre Charakter steht stets im Mittelpunkt
Und obwohl der sportliche Ausgang des Wochenendes ernüchternd war, blieb genau dieses Gemeinschaftsgefühl am Ende besonders präsent. Die Unterstützung habe die Mannschaft spürbar getragen. Die Atmosphäre auf der Anlage sei „großartig“ gewesen, erklärten die Spielerinnen anschließend. Die Hoffnung der Goose-Necks ist nun klar formuliert: dass Softball in Ratingen präsenter wird – und dass noch mehr Menschen entdecken, wie viel Dynamik, Präzision und Leidenschaft in diesem Sport steckt.
