Ratingen | Der Ratinger Abend bei der ZeltZeit am Grünen See hat am Freitag gehalten, was er im Jubiläumsjahr versprochen hatte. Mehr noch: Er wurde zu einem dieser Abende, an denen eine Stadt nicht nur Programm macht, sondern sich selbst begegnet. Über 600 Besucherinnen und Besucher füllten das Zelt, so viele wie noch nie bei einem Ratinger Abend im Rahmen der ZeltZeit. Es wurde musiziert, getanzt, gelacht, gestaunt und am Ende deutlich länger gefeiert als ursprünglich geplant.
Schon der Auftakt setzte den richtigen Ton. Die Bigband des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums brachte mit mehr als 30 jungen Musikerinnen und Musikern ein energiegeladenes Set aus Rock, Pop und Jazz auf die Bühne. Der Auftritt zeigte, wie viel musikalische Qualität an Ratinger Schulen wächst, wenn Talent, Förderung und Begeisterung zusammenkommen. Es war kein vorsichtiges Herantasten, sondern ein selbstbewusster Start in einen Abend, der danach kaum noch an Tempo verlor.
Einen besonderen Akzent setzte auch „SchlagFertig!“, die Percussion-Band der Städtischen Musikschule Ratingen. Mit sichtbarer Spielfreude, Präzision und mitreißenden Rhythmen bewies das Ensemble, dass Schlagwerk weit mehr ist als Begleitung. Pop, Film- und Weltmusikklänge verschmolzen zu einem Auftritt, der das Publikum unmittelbar erreichte. Gerade diese Mischung aus jugendlicher Energie und musikalischem Können passte hervorragend zum Anspruch des Abends: Ratingen in seiner ganzen Breite sichtbar zu machen.
Für pointierte Zwischentöne sorgten die Poetry-Slam- und Comedy-Einlagen der Gruppe Tinnitus. Zwischen Musik, Tanz und Show gaben sie dem Abend sprachliche Leichtigkeit, Tempo und Witz. Sie waren mehr als bloße Pausenfüller, sondern eigenständige Beiträge, die den Charakter des Programms schärften: lokal, überraschend, lebendig und immer nah am Publikum.
Durch den Abend führte Dirk Wittmer, der das Programm nicht nur moderierte, sondern erkennbar mit Herzblut kuratiert hatte. Mit Humor, Übersicht und Gespür für die richtigen Übergänge hielt er die vielen unterschiedlichen Programmpunkte zusammen. Hinter der Bühne wurde er dabei tatkräftig von seiner Frau Caro unterstützt, auch das gehörte zu diesem Abend: Viele Hände sorgten dafür, dass auf der Bühne alles leicht wirkte.
Erst kurz nach 23 Uhr verließen die letzten Akteure die Bühne. Danach war aber noch lange nicht Schluss. Im Biergarten spielten die bekannten Düsseldorfer „Fischgesichter“ auf und gaben dem Abend einen ausgelassenen Ausklang.
Eine besonders schöne Pointe schrieb der Abend kurz vor Mitternacht. Weil das Programm überzogen hatte, blieb Bürgermeister Patrick Anders lange genug im Kreis des Publikums, um in seinen 40. Geburtstag hineinzufeiern. Wer davon wusste, hielt ihn charmant fest, bis die ersten Glückwünsche am 23. Mai ausgesprochen werden konnten. So endete ein fulminanter Ratinger Abend nicht nur mit Applaus, sondern mit einem sehr persönlichen Moment.
„Organisiert wird die ZeltZeit von der Jetzt & Immer GmbH um Felix Große, Jan Kaldewey, Simon Klein und Anton Lenger. Die Wurzeln der Veranstaltung reichen bis 1998 zurück, als die ZeltZeit als Initiative aus Ratingen-West entstand. 2022 Übernahme der ZeltZeit durch das Team von Jetzt & Immer in Abstimmung mit den beiden ZeltZeit-Gründern Bruno Schmitz und Heiner van Schwamen“










