Jochen Ott soll als Spitzenkandidat die NRW-SPD aus der Krise führen. (Archivbild)
Jochen Ott soll als Spitzenkandidat die NRW-SPD aus der Krise führen. (Archivbild) Foto: Henning Kaiser/dpa

Düsseldorf (dpa/lnw) – Der designierte SPD-Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen, Jochen Ott, hat von der Bundespartei in Berlin mehr Rückenwind für seinen Wahlkampf gefordert. «Es geht nicht, den Leuten von montags bis freitags ständig zu erzählen, wie überall gekürzt und gespart werden muss», sagte Ott im WDR 5-«Morgenecho». «Wenn man Zuversicht und Wirtschaftswachstum erreichen will, dann muss man die Leute auch motivieren und wieder mitnehmen.» Ott soll heute in Düsseldorf auf einer Delegiertenkonferenz offiziell zum Spitzenkandidaten für die NRW-Wahl im April 2027 gewählt werden. 


Die gesamte schwarz-rote Koalition in Berlin müsse sich jetzt zusammenreißen und einen gemeinsamen Vorschlag für Reformen machen, so der 52-jährige aktuelle Oppositionsführer im NRW-Landtag. «Und dann müssen sie mit etwas mehr Leidenschaft die Leute auch versuchen zu gewinnen.» Es habe gute Ansätze gegeben. Das Gespräch mit den Gewerkschaften und Arbeitgebern halte er für den richtigen Weg. Die Koalition in Berlin müsse jetzt «Gas geben».

Schwere Aufgabe für die SPD

Die seit Jahren mit sinkenden Wahlergebnissen kämpfende NRW-SPD startet mit der Wahl ihres Spitzenkandidaten und der Aufstellung der Landesliste schon früh in den Wahlkampf. Ott ist zwar Oppositionsführer im Landtag, aber in der Öffentlichkeit weitgehend unbekannt. Bis zur Wahl soll der Bildungsexperte, der den seit 2022 regierenden Ministerpräsidenten Hendrik Wüst (CDU) herausfordert, seinen Bekanntheitsgrad steigern.

Die Aussichten auf einen Wahlsieg der SPD in ihrem einstigen Stammland sind Umfragen zufolge allerdings aktuell äußerst gering. Bei der Landtagswahl 2022 war die SPD in NRW auf 26,7 Prozent abgesackt, während die CDU mit 35,7 Prozent klar siegte. Jüngsten Umfragen zufolge kommt die SPD nur noch auf 14 bis 18 Prozent, die CDU könnte bei der Landtagswahl mit 32 bis 34 Prozent rechnen.

Die NRW-SPD ist der größte Landesverband der Partei – ihr Abschneiden hat Signalwirkung für den Bund. Für die Bundes-SPD ist ein schlagkräftiger NRW-Landesverband wichtig, um Rückenwind für die nächste Bundestagswahl zu bekommen.