
Velbert. Der Bergisch-Rheinische Wasserverband (BRW) treibt die Renaturierung des Deilbachs voran. Ab Mitte Juni wird ein Teilabschnitt in Höhe der Donnerstraße 23 in Velbert-Langenberg angegangen.
Auf den ehemaligen Tennisplätzen an der Pannerstraße, zwischen dem Gymnasium Langenberg / Windrather Talschule und dem früheren Gardinengeschäft Bender, soll ein Rückhalteraum für große Niederschlagsmengen entsteht.
“Was sich zunächst kurios anhört, ist eine durchaus sinnvolle hydraulische wie ökologische Nutzung von nicht mehr bespielten Tennisplätzen”, so der BRW zu den Plänen am zweiten Abschnitt der Gewässermaßnahme „Renaturierung des Deilbachs“.
Der Gewässerabschnitt befindet sich südöstlich des „Stillen Parks” im Stadtteil Velbert-Langenberg. Geplant ist, die ehemaligen Tennisplätze künftig als Retentionsfläche – also als Rückhalteraum bei Hochwasser des Deilbachs – zu nutzen. Die Fläche von knapp 3.000 Quadratmetern wurde dem BRW vollständig für die anstehende Entwicklung des Deilbachs zur Verfügung gestellt, heißt es vom BRW. Damit werde ein wichtiger Beitrag zum Hochwasserschutz für die unterhalb liegenden bebauten und bewohnten Bereiche geleistet.
Eine bereits “vorhandene Verwallung” begrenze die ehemaligen Tennisplätze und gebe schon jetzt eine Muldenstruktur vor, die ideale Voraussetzungen für die Nutzung als Retentionsraum böte, so der Wasserverband.
Für die Umsetzung der Maßnahme sind etwa drei Monate Bauzeit geplant.

Vor der neuen Nutzung wird das gesamte Altmaterial von den Tennisplätzen entfernt werden. Dabei handelt es sich um eine dicke Schicht aus Schotter, Tennisplatzasche und Lehm. Insgesamt rechnet der Verband damit, mehr als 6.000 Tonnen Material auszubaggern und zu entsorgen.
Anwohnenden müssten sich nach BRW-Informationen auf “unvermeidbaren Belästigungen” wie höheres Verkehrsaufkommen und Lärm einstellen.
Der neue Retentionsraum funktioniert dann folgendermaßen: an zwei Stellen wird der umlaufende Erdwall so geöffnet, dass bei Hochwasser ein gezielter Einstrom des Wassers in den Retentionsraum möglich ist. Und eine Einkerbung im Wall im westlichen Bereich der Fläche sorgt dafür, dass bei vollständiger Füllung des Rückhalteraumes ein kontrollierter Abfluss erfolgt.
Sinkt der Wasserstand im Deilbach nach dem Hochwasserereignis, läuft auch der Retentionsraum sukzessive wieder leer. Verbleibende Restwasserflächen können verdunsten und gelangen so zeitverzögert in den natürlichen Wasserkreislauf zurück.
Die bislang unbegrünte Fläche profitiert gleich in zweifacher Hinsicht: neben ihrer Funktion als Hochwasserrückhaltung entsteht eine große zusammenhängende Entwicklungsfläche für Flora und Fauna und damit eine deutliche ökologische Aufwertung. Der BRW sät gebietsspezifisches Saatgut aus, sodass sich ein ökologisch hochwertiger Lebensraum entwickeln kann. Anschließend stellt der Verband durch eine regelmäßige, aber extensive Pflege sicher, dass sich die standortgerechte Pflanzen ausbreiten und die gewünschte ökologische Qualität langfristig erhalten bleibt.
Mit dem Abschluss der Arbeiten wird zugleich die vom Land Nordrhein Westfalen geförderte Gesamtmaßnahme „ökologische Verbesserung und Hochwasserschutz am Deilbach“ vollendet.

