2021 kurz vor der Pleite, danach wieder etwas im Aufwind: der Flughafen Paderborn/Lippstadt.
2021 kurz vor der Pleite, danach wieder etwas im Aufwind: der Flughafen Paderborn/Lippstadt. Foto: David Inderlied/dpa

Paderborn (dpa/lnw) – Die EU-Kommission hat grünes Licht gegeben für eine staatliche Unterstützung des Regionalflughafens Paderborn/Lippstadt. Man billige Beihilfen in Höhe von 4,5 Millionen Euro, teilte die Brüsseler Exekutive mit. Das werde dem Flughafen Investitionen ermöglichen, den kommerziellen Betrieb fortzuführen und zugleich die Qualität der Infrastruktur und Dienstleistungen zu verbessern. Vom Flughafen hieß es, man brauche Zeit für eine Reaktion auf die Nachricht.


Regionalflughäfen haben im Wettbewerb mit großen Flughäfen wie Düsseldorf generell einen schweren Stand. Anteilseigner von PAD, wie sein Kürzel lautet, sind im Wesentlichen Kommunen, vor allem der Kreis Paderborn. Sie bewerten den Flughafen als wichtig für die lokale Wirtschaft und generell für die Bevölkerung, um ohne weite Anfahrt im Flieger sitzen und schnell am Ziel sein zu können.

Die Corona-Krise samt Reisebeschränkungen und wegbrechender Passagierzahlen hatte den Regionalflughafen hart getroffen, 2020 wurde ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung eröffnet. Nach siebenmonatiger Insolvenz und einem harten Personalabbau kehrte die Firma im Mai 2021 in den regulären Geschäftsbetrieb zurück. Der Airport sei entschuldet, saniert und finanziell nachhaltig aufgestellt, hieß es damals vom Sanierungsgeschäftsführer Yorck Streitbörger. Knapp zwei Drittel der Anteile hält der Kreis Paderborn als Hauptgesellschafter.

Unter den sechs Hauptverkehrsflughäfen in dem bevölkerungsreichsten Bundesland ist Paderborn/Lippstadt der kleinste Standort. Im vergangenen Jahr verzeichnete der ostwestfälische Airport laut Branchenverband ADV 711.000 Fluggäste und damit 13 Prozent weniger als ein Jahr zuvor (818.000). Im Coronajahr 2020 waren es nur 93.000 gewesen.

Der wichtigste Flughafen in NRW ist Düsseldorf mit 21 Millionen Fluggästen im Jahr 2025, gefolgt von Köln-Bonn (10,1 Millionen), Dortmund (3,2 Millionen), Weeze (2,2) und Münster/Osnabrück (1,3).