Nach Angaben des Konzerns haben sich Vorstand und Sozialpartner auf Maßnahmen verständigt, die sämtliche Geschäfts- und Verwaltungseinheiten weltweit einbeziehen würden. (Archivbild)
Nach Angaben des Konzerns haben sich Vorstand und Sozialpartner auf Maßnahmen verständigt, die sämtliche Geschäfts- und Verwaltungseinheiten weltweit einbeziehen würden. (Archivbild) Foto: Federico Gambarini/dpa

Essen (dpa) – Der Spezialchemiekonzern Evonik verschärft den Stellenabbau und weitet den Konzernumbau aus. Von 2027 bis Ende 2029 sollen insgesamt 3.200 Stellen wegfallen, davon 2.150 in Deutschland, wie der Essener MDax-Konzern mitteilte. Zudem kündigte Evonik an, das Polyester-Geschäft mit einem Jahresumsatz von rund 150 Millionen Euro einzustellen. 


Bis Ende 2026 sollen bereits durch Spar- und Effizienzprogramme rund 2.800 Stellen wegfallen. «Die weltpolitische Lage ist unsicher, und das wirtschaftliche Wachstum ist anhaltend schwach», sagte Vorstandschef Christian Kullmann. Zugleich werde der internationale Wettbewerb immer härter. 

Nach Angaben des Konzerns haben sich Vorstand und Sozialpartner auf Maßnahmen verständigt, die sämtliche Geschäfts- und Verwaltungseinheiten weltweit einbeziehen würden. Dazu zählt auch ein weiterer Stellenabbau.

Evonik: Stellenabbau wird sozialverträglich gestaltet

Evonik sieht dafür erhebliches Potenzial durch gesteigerte Effizienz, Digitalisierung und Outsourcing. «Der Stellenabbau wird auch künftig sozialverträglich gestaltet», sagte Personalvorstand Thomas Wessel. Die Details dazu sollen in den kommenden Wochen ausgearbeitet werden.

Die Gewerkschaft IGBCE nannte die angekündigten Einschnitte einen «harten Schlag für die betroffenen Kolleginnen und Kollegen». Jetzt müsse sich zeigen, dass die vereinbarten Schutzmechanismen konsequent griffen, erklärte das Mitglied des geschäftsführenden Hauptvorstandes der IGBCE, Alexander Bercht. Positiv sei zu bewerten, dass der vereinbarte Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen weiterhin gelte und für einen Großteil der Belegschaft Eingriffe in übertarifliche und tarifliche Leistungen verhindert werden seien. «Darüber hinaus konnten Eckpunkte vereinbart werden, die verhindern, dass eine erhebliche Anzahl von Arbeitsplätzen von Deutschland ins Ausland verlagert wird.»

Produktionsaus betrifft auch Standorte Witten und Marl 

Das Polyester-Geschäftsfeld sei seit Jahren nicht mehr profitabel, hieß es in der Evonik-Mitteilung weiter. Der Standort Witten mit 266 Beschäftigten werde 2027 geschlossen. Am Standort Marl sollen 45 Stellen wegfallen, in der Produktionsanlage im chinesischen Shanghai 35 Stellen.

Evonik-Chef Kullmann baut den Konzern schon seit Jahren um, um ihn robuster aufzustellen und um in zukunftsträchtigere Geschäftsfelder zu expandieren. Dabei fallen auch Stellen weg. Per Ende 2025 beschäftigte Evonik mit 31.053 Mitarbeiter fast 900 weniger als ein Jahr zuvor.