Halle/Westfalen (dpa) – Alexander Zverev hat sein viertes Halbfinal-Aus nacheinander beim Rasentennisturnier in Halle/Westfalen mit falschen Angaben seines Diabetes-Sensors erklärt. «Ich hatte heute extremst Probleme mit meinem Zucker», sagte er nach der 7:6 (7:4), 4:6, 5:7-Niederlage gegen den US-Amerikaner Taylor Fritz.
Zverev ist seit seiner Kindheit Typ-1-Diabetiker. «Leider hat das Gerät kurz vor dem Match einen hohen Zuckwert angezeigt, obwohl ich mich gefühlt habe, als wäre mein Zucker extrem niedrig», erklärte er. Weil eine neue Messung dann wirklich einen niedrigen Zuckerwert angezeigt habe, «habe ich viel zu viel gespritzt», sagte Zverev nach dem 2:39-Stunden-Spiel bei großer Hitze.
In den ersten 45 Minuten des Matches habe er ein Glucose-Gel nach dem anderen und dadurch knapp 350 Gramm Zucker zu sich genommen. «Ich habe mich scheußlich gefühlt.» Er sei körperlich phasenweise «gar nicht da» gewesen. «Aber ich habe gekämpft und alles gegeben», sagte der French-Open-Champion.
Sensor erstmals seit neun Jahren im Fehlermodus
Nach nur 40 Minuten hatte Zverev zudem behandelt werden müssen. «Da hat mein Rücken zugemacht. Sie mussten mir meinen Rücken wieder einrenken, aber das war nicht der Grund für die Niederlage», sagte Zverev. Es habe am Sensor gelegen. «Ich habe diesen Sensor seit neun Jahren, und es war das erste Mal, dass er so extrem falschlag.»
Fritz trifft im Endspiel von Halle am Sonntag auf seinen Landsmann Frances Tiafoe. Der US-Amerikaner gewann das zweite Halbfinale mit 6:1, 6:3 gegen den mit einer Wildcard überraschend bis ins Halbfinale vorgedrungenen Deutschen Daniel Altmaier.
Satzgewinn trotz Behandlung
Zverev hatte gegen Fritz ein frühes Break zur 2:1-Führung genutzt. Dann ließ seine Energie schlagartig nach. Fritz gewann nach 1:3-Rückstand drei Spiele hintereinander. Bei 3:4 und Einstand unterbrach Zverev das Match und verließ den Platz zur Behandlung. Nach acht Minuten kehrte er zurück und erreichte in klar besserer Verfassung den Tiebreak, den er unter dem Jubel des Publikums 7:4 gewann.
Am Ende fehlte die Kraft
Im zweiten Satz blieb Zverev zunächst auf Augenhöhe, machte körperlich aber einen zunehmend erschöpften Eindruck. Er verlor den Durchgang 4:6. Nach zehnminütiger Erholungspause vor dem dritten Satz machte Fritz in der Hitzeschlacht gegen den tapfer kämpfenden Zverev mit 7:5 alles klar.
Weiter warten auf den ersten Rasentitel
Zverev muss damit weiter auf seinen ersten Rasentitel warten. 2016 verlor er in Halle das Finale gegen seinen Landsmann Florian Mayer, 2017 gegen den Schweizer Roger Federer. Nun schied er zum vierten Mal nacheinander im Halbfinale aus. 2016 triumphierte bei dem Turnier zum bislang letzten von sieben Malen ein deutscher Spieler.

