Heiligenhaus. Die Tafel wird ihren bisherigen Standort in der Rheinlandstraße verlassen und im August in neue Räumlichkeiten umziehen. Künftig wird die Ausgabe in den ehemaligen Räumen der AWO in der Schulstr. 8 (Zugang über Mittelstr.) erfolgen. Der genaue Termin des Umzugs und der ersten Ausgabe am neuen Standort steht zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht fest.
“Der Standort an der Rheinlandstraße hat uns viele Jahre in Heiligenhaus ein verlässliches Zuhause geboten”, berichtet Tafelkoordinatorin Tanja Högström. “Dafür sind wir sehr dankbar.” Jedoch mit dem gewachsenen Bedarf und den steigenden Anforderungen sind die vorhandenen Kapazitäten zunehmend an ihre Grenzen geraten. Auch die Entwicklung der Miet- und Nebenkosten machte eine Neuorientierung erforderlich, so Högström. “Der Umzug schafft die Voraussetzungen, unser Angebot in Heiligenhaus auch langfristig fortzuführen.”
Die Zahl der Menschen, die auf Unterstützung angewiesen sind, sei in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen, informiert die Tafel. Steigende Lebenshaltungs- und Energiekosten sowie die wirtschaftliche Unsicherheit belasteten viele Haushalte. Gleichzeitig bleibe es eine ständige Herausforderung, ausreichend gerettete Lebensmittelspenden für die Versorgung der Gäste einzusammeln.
Auch die Lebenssituationen der Menschen, die zur Tafel kommen, sind vielfältiger geworden: “Neben Menschen im Bürgergeldbezug nutzen viele geflüchtete Menschen, Rentnerinnen und Rentner, Alleinerziehende sowie Familien mit geringem Einkommen das Angebot”, informiert die Tafel.
Aktuell versorgt die Tafel Heiligenhaus jeden Dienstag zwischen 90 und 110 Gäste. Berücksichtigt man den familiären Kontext, geht die Tafel davon aus, dass insgesamt rund 250 bis 280 Menschen von der Unterstützung profitieren. Möglich wird dies durch das große Engagement von 16 bis 18 Ehrenamtlichen, die Woche für Woche die am Morgen eingesammelten Lebensmittel sortieren und ausgeben, sodass alle Tafelgäste mit einer gut gefüllten Tasche nach Hause gehen können. Die Unterstützung reicht dabei für etwa zwei Tage und versteht sich als Ergänzung im Alltag.
Ein besonders sensibler Punkt an der Rheinlandstraße war die Wartesituation vor der Ausgabestelle. Die Tafelgäste müssen an einer verkehrsreichen Straße warten und sind dabei für Passanten gut sichtbar. “Viele Menschen empfinden diese Situation als unangenehm oder belastend”, weiß Högström, was wiederum dem Anspruch der Tafel widerspreche, dass die Unterstützung in einem geschützten und würdevollen Rahmen möglich sein soll.
Der neue Standort soll ebendiese Möglichkeit bieten und spürbare Verbesserungen schaffen. Ziel ist es, den Gästen künftig mehr Privatsphäre, bessere Wartebereiche und insgesamt angemessenere Bedingungen für die Lebensmittelausgabe zu bieten.


