Haben das neue Angebot "Von Mensch zu Mensch" vorgestellt: Seniorenbeauftragte Helena Latz, Gabriele Meihöfer-Roddewig,  Dr. Johannes Demmer, Gabriele Kneer (alle drei von der katholischen Gemeinde Maria, Königin des Friedens) und Sozialdezernentin Sandra Ernst. Foto: Stadt Velbert

Velbert. Mit dem Projekt „Von Mensch zu Mensch“ entsteht auf dem Friedhof am Marienberg in Neviges ein besonderer Ort der Begegnung für Trauernde. Die Initiative richtet sich an Menschen, die nach dem Verlust eines geliebten Menschen Gesprächsbedarf haben, sich allein fühlen oder in ihrer Trauer Orientierung suchen.


Im Rahmen des Angebots haben Besucherinnen und Besucher die Möglichkeit, in regelmäßigen Abständen niederschwellig ins Gespräch zu kommen. Im Mittelpunkt stehen Zuhören, menschliche Nähe und alltagsnahe Impulse, die helfen können, mit der eigenen Situation besser umzugehen.

“Die Menschen, die trauern sind bereits hier. Wir hören ihnen zu, sind für sie da und bauen eine Brücke zu verschiedenen Angeboten auf, die ihnen helfen, sinnstiftende Momente zu erleben und die Lebenslust zu bewahren”, sagt Gabriele Meihöfer-Roddewig, Mitinitiatorin des Angebots. Dabei ist ihr die klare Abgrenzung wichtig: Das Angebot stelle ausdrücklich keine psychologische, medizinische oder therapeutische Beratung dar.

“Es ist häufig einfacher, über den Verlust eines geliebten Menschen mit Unbeteiligten zu sprechen – Menschen, die wertfrei zuhören können, zwar mitfühlen, aber nicht mitleiden”, findet Seniorenbeauftrage Helen Latz.

Es geht um ein offenes Ohr von Mensch zu Mensch – niedrigschwellig, respektvoll und ohne fachlichen Behandlungsanspruch. Wer Hilfe darüber hinaus sucht, ist bei den professionellen Angeboten, unter anderem der Stadt Velbert, in guten Händen.

Gesprächstermine “Mensch zu Mensch” auf dem Marienberg

Die nächsten Gesprächstermine sind: 9. Juli, 10:30 Uhr, dann nach den Sommerferien, jeweils am ersten Donnerstag im Monat (3.9./1.10./5.11./3.12) jeweils ab 10:30 Uhr.

Die neue Initiative ist vom christlichen Glauben getragen. Für die Initiatoren geht es auch um die Hoffnung, dass Gott Menschen gerade in Zeiten der Trauer nahe ist und Trost, Halt und neue Zuversicht schenken kann – “durch seine Nähe und durch die anderen Menschen, mit denen wir gemeinsam ins Gespräch kommen”.

Das Projekt wurde von Dr. Demmer gemeinsam mit Gabriele Meihöfer-Roddewig ins Leben gerufen und wird von der katholischen Kirchengemeinde Maria Königin des Friedens Neviges getragen. Weitere Unterstützung hat das Projekt erfahren durch Abbé Thomas, Gabriele Kneer von der Friedhofsverwaltung, Sozialdezernentin Sandra Ernst und Helena Latz, Seniorenbeauftragte der Stadt Velbert.

Sozialdezernentin Sandra Ernst würdigt das Engagement aller Beteiligten: “Der Verlust eines nahe stehenden Menschen führt schon mal zu ungewohnter Einsamkeit. Umso wertvoller sind zwischenmenschliche Kontakte, die Halt geben und dabei helfen, mit der Situation umzugehen.”

Neben dem sozialen Anliegen verfolgt die Initiative auch ein langfristiges Ziel: den Erhalt des Friedhofs als wichtigen Ort der Erinnerung und Begegnung. “Wir bestatten hier die Verstorbenen, aber den Ort gestalten wir für die, die am Leben sind”, sagt Dr. Johannes Demmer. Der Raum für diese Begegnungen im Erdgeschoss der Friedhofskapelle Am Marienberg ist daher bewusst gewählt. Hier ist es möglich, den Besuch am Grab in Erinnerung an die Verstorbenen mit einem kurzen Gespräch zu verbinden. Und auch für alle, die keine Angehörigen auf dem Friedhof am Marienberg haben, ist er vom Parkplatz aus sofort zu erreichen.