
Mettmann. Mit der Verabschiedung der Schülerinnen und Schüler der Klassen 10a und 10b wurde der Unterrichtsbetrieb an der Realschule am 3. Juli eingestellt. Das berichtet die Stadtverwaltung Mettmann.
In einer Abschiedsfeier am Mittwoch, 8. Juli, an der auch ehemalige Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer teilnahmen, wurde das Kapitel Realschule in Mettmann endgültig geschlossen.
Die Carl-Fuhlrott-Realschule ist Geschichte. Für Schulleiterin Barbara Fuchs bedeutete dieser Moment nicht nur Abschied von ihrer Realschule, sondern zugleich auch Abschied vom Berufsleben. Sie geht in den Ruhestand.
In ihren Abschiedsworten erklärte sie, dass sie die Schließung der Realschule für einen großen Fehler halte. Bürgermeister André Bär würdigte in seiner Rede das Engagement der Lehrkräfte, die ihre Schülerinnen und Schüler über viele Jahre hinweg mit Geduld, Einsatz und Herzblut begleitet hätten.
„Sie haben nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch Werte – und das ist vielleicht das Wichtigste, was Schule leisten kann“, betonte er. Auch wenn das Kapitel Realschule nun beendet sei, werde die Schule weiterleben – „in den Erinnerungen, in den Geschichten, die
erzählt werden, und vor allem in den Menschen, die hier ein Stück ihres Weges gegangen sind“.
Gründung im Jahr 1965
61 Jahre lang haben Tausende Schülerinnen und Schüler diese Schule besucht. Ihren Anfang nahm sie am 24. April 1965 mit 46 Jungen und 34 Mädchen, die in jeweils einer
Jungen- und einer Mädchenklasse unterrichtet wurden.
Bereits einen Monat später erhielt die Schule ihren offiziellen Namen: „Städtische Realschule mit Aufbaurealschule für Jungen und Mädchen“.
Zunächst fand der Unterricht in der ehemaligen Gemeinschaftsschule am Borner Weg statt. Durch die Zusammenlegung mit bestehenden Aufbauklassen wurde der Platz jedoch schnell knapp. Daher entstand innerhalb von zwei Jahren an der Goethestraße ein neues Schulgebäude in Fertigbauweise mit Fach- und Klassenräumen sowie zwei Nebengebäuden – eines davon mit Aula und Sporthalle.
Im Jahr 2008 erhielt die Schule ihren heutigen Namen, benannt nach dem Wuppertaler Naturforscher Carl Fuhlrott, der 1856 erkannt hatte, dass es sich bei den im Neandertal
gefundenen Skelettresten nicht um die Knochen eines Höhlenbären, sondern um die Überreste eines urzeitlichen Menschen handeln musste.
Drei Jahre später sollte die Carl-Fuhlrott-Realschule (CFR) in eine Sekundarschule umgewandelt werden. Die Umsetzung des Ratsbeschlusses scheiterte jedoch am Elternwillen: Im Februar 2013 wurden lediglich 45 Kinder für die Sekundarschule angemeldet – erforderlich wären 75 gewesen. Das Ende der Realschule wurde dadurch
zunächst abgewendet.
Im November 2020 beschloss der Rat der Stadt nach einer Elternbefragung die Gründung einer Gesamtschule und leitete damit zugleich das Ende der Realschule ein. Bestandteil dieses Beschlusses war das sukzessive Auslaufen der Carl-Fuhlrott-Realschule. Seit dem Schuljahr 2021/22 wurden keine neuen Schülerinnen und Schüler mehr aufgenommen.
Versuche, die Schule durch ein Bürgerbegehren noch zu retten, blieben erfolglos.
Standort für neue Gesamtschule wird geprüft
Vorerst werden im Gebäude der ehemaligen Realschule weiterhin Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule unterrichtet. Wie die Zukunft der Gebäude aussehen wird, hängt von einer Wirtschaftlichkeitsberechnung ab, die der Rat für zwei mögliche Standorte der Gesamtschule in Auftrag gegeben hat.
Geprüft werden die Standorte Goethepark mit den bestehenden Realschulgebäuden sowie Auf dem Pfenning.
In den Berechnungen wird ein Betrachtungszeitraum von 30 Jahren für Investitionen, Finanzierung, zu erwartende Instandhaltungen und Energiekosten berücksichtigt. Im
vierten Quartal des Jahres soll der Rat auf dieser Grundlage eine endgültige Standortentscheidung für die Gesamtschule treffen.


