
Velbert. Die Mutter-Anna-Wallfahrt der Schlesischer findet dieses Jahr am 26. Juli statt – am Festtag der Heiligen Anna. Das Pilger-Hochamt ist für 11 Uhr angesetzt und wird von Abbé Thomas Diradourian gehalten.
Seit 1995 ist der Mariendom in Neviges das Ziel der Mutter-Anna-Wallfahrt der Schlesier, ihrer Nachkommen und Freunde. Trotz ihrer erst 30-jährigen Geschichte zählt sie heute bereits zu den zwei größten Wallfahrten im Erzbistum Köln.
Das Pilger-Hochamt wird erneut von Abbé Thomas Diradourian gehalten. Er wird als Zelebrant und Prediger der Mutter-Anna-Wallfahrt vorstehen. Damit erfüllt er den Wunsch sehr vieler Pilger, die der schlesischen Mutter-Anna-Wallfahrt in den letzten Jahren beigewohnt haben.
Die Mutter-Anna-Wallfahrt ist für Abbé Thomas Diradourian die „Lieblingswallfahrt“, wie der in Paris geborene Priester der Gemeinschaft St. Martin bekennt. Seit dem 27. September 2020 ist er mit einigen Mitbrüdern der Gemeinschaft leitender Pfarrer und Wallfahrtsleiter in Velbert-Neviges.
Die Heilige Anna ist die Mutter Marias und somit die Großmutter Jesu. Ihr Gedenktag wird am 26. Juli gefeiert. Viele Kirchen sind nach ihr benannt, so auch in Schlesien. In West-Deutschland erlebte die Heilige-Anna-Verehrung nach 1945 vor allem durch die Vertriebenen und Aussiedler aus Schlesien einen Aufschwung. Denn in keiner anderen Landschaft sei die Verehrung der Heiligen Anna so zu Hause wie in Schlesien, heißt es in dem Buch „Sankt Annaberg – ein oberschlesischer Wallfahrtsort“.
In Velbert-Neviges begann vor 30 Jahren alles bescheiden, als sich 1995 ein in Velbert-Neviges wohnender älterer Oberschlesier an Damian Spielvogel vom örtlichen Vorstand der Landsmannschaft Schlesien wandte. Er fragte, ob im Nevigeser Mariendom eine Hl. Messe zu Ehren der Hl. Anna gefeiert werden könne, um so den älteren Menschen aus dem Bergischen Land den beschwerlichen Weg zum westfälischen Annaberg bei Haltern am See zu ersparen und ihnen zu ermöglichen, sich trotzdem an eine große Pilgerreise zum oberschlesischen Sankt Annaberg erinnern zu können. “Dabei dachte man 1995 keineswegs an eine große Wallfahrt, sondern eher an eine Familienmesse, bei der der Hl. Anna gedacht wird”, weiß Damian Spielvogel.
Aus der einstigen Familienmesse ist längst eine bedeutende Wallfahrt geworden. Die Anzahl der Gottesdienstbesucher stieg enorm auf mehrere Tausend, zumal nachmittags eine feierliche Schlesische Marienandacht mit Eucharistischem Segen eingeführt wurde.
Seit 1998 wird der Festgottesdienst als Pontifikalamt oder Hochamt gefeiert. Die Gruppe der Oberschlesischen Bergmänner aus dem Ruhrgebiet und das Oberschlesische Blasorchester aus Ratingen kamen dazu. Zahlreiche Menschen in Trachten aus Nieder- und Oberschlesien sowie Fahnenabordnungen schlossen sich dem Pilgergeschehen an. Bekannte Persönlichkeiten wie Erzbischof Alfons Nossol oder Joachim Kardinal Meisner konnten als Hauptzelebranten gewonnen werden.
Die örtliche Gruppe der Landsmannschaft Schlesien in Velbert hat sehr schnell die Verantwortung für die Ausschmückung des Mariendoms und des Außengeländes übernommen, wobei Landsmannschaft Schlesien auf Bundesebene als Veranstalter fungiert. Seit Anbeginn steht Damian Spielvogel ununterbrochen als Organisationsleiter dieser Wallfahrt vor.

