Wiesbaden (dpa) – Mark Flekken oder Janis Blaswich? Wer bei Bayer Leverkusen künftig im Tor steht, bleibt vorerst das Geheimnis von Neu-Trainer Carles Martínez. «Ich werde nicht sagen, wer nächste Woche spielt», sagte der Spanier nach seinem gelungenen Pflichtspieldebüt beim 4:0-Erfolg im DFB-Pokal beim Fußball-Drittligisten Wehen Wiesbaden und entfacht damit erneut die bereits in der Vorsaison schwelende Torwartdebatte bei der Werkself.
Er habe sich zur Regel gemacht, nicht darüber zu sprechen, wer spielen werde, erklärte der 42-Jährige weiter. «Eine Woche vor dem Spiel ist nicht der richtige Zeitpunkt, um zu sagen, wer spielt, weil auch immer viel passieren kann. Ich spreche mit den Spielern und sie wissen Bescheid», befand Martínez. Zugleich betonte er, mit beiden Torhütern «sehr glücklich» zu sein und ihnen ein «ruhiges Umfeld» für «maximales Selbstvertrauen» bieten zu wollen.
Neu-Coach Martínez weiß um die Brisanz
Doch ob Martínez mit seiner Geheimhaltung für mehr Ruhe sorgt? Schließlich hatte die Torwartfrage bereits vor seiner Zeit für Diskussionen in Leverkusen gesorgt, was er selbst einen Tag vor seinem Pflichtspieldebüt einräumte: «Ich weiß, dass dieses Thema bereits im vergangenen Jahr sehr präsent war. Ich werde versuchen, weniger darüber zu sprechen», hatte der Katalane bei der Pressekonferenz vor dem Auftakt mit Blick auf die Torwartsituation gesagt.
Keine 24 Stunden später war mit seiner Aufstellung klar, dass Martínez zum Pflichtspielauftakt dem in der vergangenen Saison zunächst klar als Nummer zwei eingeplanten Blaswich das Vertrauen schenkte. 90 Minuten später fiel das Fazit des Spaniers, der vor seiner Trainerkarriere in seiner Jugend selbst im Tor stand, diplomatisch aus: «Janis hat heute gut gespielt und uns gezeigt, dass er da ist. Aber ich weiß, dass das mit Mark auch so sein wird.»
Blaswich gibt sich kämpferisch
Blaswich selbst gab sich nach seinem Einsatz selbstbewusst und gelassen: «Dass ich heute das Spiel mache, war die Absprache. Alles andere wird der Trainer dann auch wieder verkünden. Ich bin bereit, wenn ich gebraucht werde», sagte der 35-Jährige. Ob ihn der Pokaleinsatz überrascht habe? «Ich gehe immer davon aus, dass ich spielen werde.» Für den Ligastart in einer Woche dürfte aber wohl Flekken die besseren Chancen haben.
Der Niederländer war vergangenen Sommer als Nachfolger von Lukas Hradecky verpflichtet worden, konnte die hohen Erwartungen an ihn aber nicht durchgehend erfüllen. Nach einer Bänderverletzung Anfang des Jahres nutzte Blaswich seine Chance und schien den Konkurrenzkampf im Tor mit starken Leistungen neu zu entfachen. Doch nach Flekkens Comeback kam er unter Ex-Trainer Kasper Hjulmand in der Liga nur noch einmal zum Einsatz.
Kein wöchentlicher Torwartwechsel
Dass die Torwartfrage bei Bayer nun offensichtlich wieder ein Thema wird, ist durchaus brisant. Beim Werksklub selbst will man daraus jedoch kein großes Thema machen. «Ich sehe das entspannt. Wir haben zwei sehr gute Torhüter. Dass Mark ein wichtiger Torhüter ist, ist ohne Frage. Janis hat es heute sehr gut gemacht im Pokal», sagte Sportchef Simon Rolfes. Er erlebe beide Keeper «sehr ruhig und klar». Auch die Kommunikation mit dem Trainer stimme.
Zumindest eine Sache machte Trainer Martínez indes deutlich: «Wir werden den Torhüter nicht jede Woche wechseln.» Entscheidend sei, mit den Torhütern im Austausch zu bleiben und ihnen Vertrauen und Ruhe zu geben. Wer das Vertrauen des neuen Mannes auf Leverkusens Trainerbank beim Bundesliga-Auftakt am kommenden Samstag (15.30 Uhr/Sky) beim Aufsteiger SV Elversberg erhält, bleibt aber noch sein Geheimnis.

