Halle (dpa) – Generalprobe mit Glück statt Glanz: Der FC Schalke 04 ist sechs Tage vor seinem Bundesliga-Comeback mit großer Mühe in die zweite Runde des DFB-Pokals eingezogen. Der Traditionsclub aus dem Ruhrgebiet setzte sich bei Fußball-Viertligist Hallescher FC nach Rückstand noch mit 5:2 (2:2, 0:1) nach Verlängerung durch.
Doppelpacker Edin Dzeko (81. Minute, Foulelfmeter/117.), Junior Adamu (105.+1), Moussa Sylla (98.) und Dejan Ljubicic (62.) drehten die Partie für über weite Strecken offensiv wenig überzeugende Schalker. Vin Kastull (45.) hatte den Außenseiter vor 14.000 Fans in Führung gebracht, Niclas Stierlin (90.+1) rettete Halle überraschend in die Verlängerung.
Vor dem Auftritt am Sonntag in Augsburg ließ Trainer Miron Muslic den vom Namen her größten Transfer zunächst auf der Bank. Bei Ex-Nationalspieler Robin Gosens reichte es wie bei Dzeko noch nicht für die Startelf. Die Leihgabe der AC Florenz hatte Teile der Vorbereitung verpasst und in den Testspielen kaum Spielpraxis gesammelt.
Tormusik – aber kein Tor
Hinzu kam der Ausfall von Kenan Karaman. Der Kapitän wurde im offensiven Mittelfeld durch Ljubicic ersetzt. Auf dem rechten Flügel kam der von Eintracht Frankfurt geholte Junior Dina Ebimbe zum Einsatz.
Der Viertligist aus Halle traute sich viel zu – und nach einer Viertelstunde ertönte erstmals die Tormusik. Doch der Freistoß von Fabrice Hartmann aus 20 Metern war am Außennetz gelandet, was von der Haupttribüne aus nicht sofort ersichtlich war. Schalke fing sich erst nach gut 20 Minuten und riss das Spiel mehr und mehr an sich.
Schalke erhöht den Druck, Halle trifft
Druck wurde dabei vor allem über die linke Seite ausgeübt. Den Abschluss von Adil Aouchiche (21.) hielt HFC-Keeper Luca Bendel, die Flanke von Vitalie Becker (27.) landete auf der Latte. Die größte Chance vergab Moussa Sylla (36.), der aus wenigen Metern direkt in Bendels Arme schoss. Bei der Erarbeitung von Chancen agierte Schalke zu vorhersehbar und tat sich schwer.
Wie so oft musste ein Standard für ein Tor her. Doch das fiel nicht für den großen Favoriten aus Gelsenkirchen, sondern für den Außenseiter. Nach einer Ecke von Stierlin verteidigte Schalke zu lückenhaft, Kastull fiel der Ball vor die Füße und der Innenverteidiger zog direkt zur Führung ab.
Kreativproblem bei Schalke
Muslic reagierte in der Pause und ersetzte den schwachen Dina Ebimbe durch den vom SC Freiburg verpflichteten Adamu. Schalke übernahm mehr und mehr die Spielkontrolle, allein die Chancen fehlten zunächst. Ein Kopfball von Abwehrchef Nikola Katic (54.) verfehlte das Hallenser Tor knapp. Syllas Abschluss (59.) ging erneut direkt auf Bendel.
Drei Minuten später ging es dann zu schnell für Halle. Aouchiche setzte sich auf der linken Seite durch, seine Hereingabe wurde zunächst verteidigt. Doch der nachrückende Ljubicic schob problemlos ein. Muslin brachte nun Gosens und Dzeko, wollte den Sieg in der regulären Spielzeit erzwingen.
Zunächst sah alles danach aus. Ausgerechnet Kastull foulte Sylla im Strafraum, Schiedsrichter Matthias Jöllenbeck entschied auf Elfmeter – und Dzeko behielt die Nerven. Doch zu Beginn der Nachspielzeit landete der Ball nach einer Ecke bei Stierlin, der aus 18 Metern unhaltbar zum Ausgleich abzog.
In der Verlängerung spielte Schalke seriös weiter und wieder spielte Dzeko eine entscheidende Rolle. Der 40-Jährige ließ einen flachen Ball in den Strafraum zu Sylla abtropfen, der Stürmer überwand Bendel aus kurzer Distanz mit einem durchaus haltbar aussehenden Abschluss. Adamu erhöhte nach einer Co-Produktion von Dzeko und Sylla per Kopf. Weil Kastull nach einem Zusammenprall mit dem eigenen Torwart vom Feld musste, spielte Halle in Unterzahl weiter – und Dzeko machte mit seinem zweiten Tor alles klar.

