Missglücktes Bundesliga-Debüt: Bayer-Trainer Carles Martínez.
Missglücktes Bundesliga-Debüt: Bayer-Trainer Carles Martínez. Foto: Harald Tittel/dpa

Spiesen-Elversberg (dpa/lnw) – Wieder ein neuer Trainer, wieder neue Hoffnung beim Double-Gewinner von 2024 – und dann so ein Saisonstart beim Bundesliga-Neuling SV Elversberg. Bayer Leverkusens Coach Carles Martínez wusste nicht so recht, wie ihm geschah im tiefsten Saarland. Nach der 2:3 (0:2)-Niederlage fand vor allem der frustrierte Torwart Mark Flekken deutliche Worte. 


Der 33 Jahre alte Niederländer ließ in der Stadion-Baustelle an der Kaiserlinde kein gutes Haar an seinen Mitspielern: «Es hat heute einiges gefehlt. Es hat an mentaler Kapazität gefehlt, es hat an Energie gefehlt, es hat an Spielverständnis gefehlt.»

Zweimal beim Start geschlafen

Besonders verärgert war der Schlussmann über die Gegentore gleich zu Beginn durch Lukas Petkov (8. Minute) und Cole Campbell (9.) sowie keine 30 Sekunden nach Wiederanpfiff durch David Mokwa (46.). «Wenn du schon in der ersten Halbzeit so anfängst, sehr früh 2:0 hinten liegst, und das in der zweiten Halbzeit noch mal wiederholst, dann fehlt es an einigem.» 

Flekken stimmte auch einer Reporteraussage zu, wonach Leverkusen nach dem ersten Durchgang bereits mit 0:5 hätte hinten liegen können. Nicht nur die 9.307 Zuschauer staunten über die lange behäbige und ideenlose Werkself. «Leverkusen hat es total unterschätzt, die waren 70 Minuten nicht auf dem Platz. Mit dieser Einstellung reicht es nicht nur in der Bundesliga nicht», sagte Sky-Experte und Rekordnationalspieler Lothar Matthäus. 

Der Neuling aus der 13.000-Einwohner-Gemeinde spielte Leverkusen zeitweise schwindelig. Ein später Ausgleich nach den Treffern von Patrik Schick (77.) und Christian Kofane (90.+1) sowie einigen Chancen wäre daher unverdient gewesen.

«Müssen es viel, viel besser machen»

Martínez beglückwünschte seinen Kollegen Vincent Wagner zu einem «unglaublichen Spiel». Der Spanier wies von sich, dass seine Mannschaft mental nicht bereit gewesen sei für den frechen Aufsteiger. «Sie spielen sehr gut. Ich war nicht überrascht davon, wir haben das erwartet. Natürlich müssen wir daraus lernen, die Augen aufmachen und es viel, viel besser machen», sagte der Nachfolger von Kasper Hjulmand. 

Nach dem Abgang von Erfolgscoach Xabi Alonso war schon Erik ten Hag auf der Trainerbank gescheitert. Für Flekken gibt es «einiges aufzuarbeiten. Ich will jetzt hier auch nicht blind die ganze Mannschaft vor den Bus werfen, das ist noch eine lange Saison. Aber so darf und kann es nicht weitergehen», mahnte er. 

Andrich bleibt wohl doch

Während der neue Kapitän Edmond Tapsoba bei den ersten beiden Gegentoren nicht gerade gut aussah, erlebte sein Vorgänger Robert Andrich das Auftaktmatch nur von der Bank beziehungsweise vom Warmlaufen aus. Der Nationalspieler hat nun wohl doch eine Zukunft in Leverkusen. «Ich gehe davon aus, dass er bleibt», sagte Sport-Geschäftsführer Simon Rolfes. 

Der 31 Jahre alte Andrich steht noch bis 2028 bei Bayer unter Vertrag. Dennoch hatte ihm die Vereinsführung aufgrund seiner voraussichtlich geringen Aussicht auf regelmäßige Spielzeit nahegelegt, sich nach einem neuen Verein umzusehen. Im Anflug ist derweil Moussa Diaby, der schon von 2019 bis 2023 für Bayer spielte. Der Flügelspieler soll aus Saudi-Arabien zurückkehren.