Der Präsident der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, Karl Werring, und Nordrhein-Westfalens Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen (CDU), stellen in der Landespressekonferenz die vorläufigen Ernteergebnisse vor.
Der Präsident der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, Karl Werring, und Nordrhein-Westfalens Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen (CDU), stellen in der Landespressekonferenz die vorläufigen Ernteergebnisse vor. Foto: Volker Danisch, dpa

Düsseldorf (dpa/lnw) – Kleinere Knollen, Kosten für künstlichen Regen und auch eine kleinere Anbaufläche: Die extreme Trockenheit in diesem Sommer wird Kartoffeln verteuern. Davon gehen die Landwirtschaftskammer NRW und das NRW-Landwirtschaftsministerium in einer ersten Einschätzung aus. Allerdings müssten die Verbraucher aktuell nicht mit enormen Preissteigerungen infolge der Trockenheit bei Kartoffeln oder anderen Agrarerzeugnissen rechnen.


«Wir rechnen nicht damit, dass der Verbraucher da besonders belastet werden wird», sagte Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen (CDU) bei der Vorstellung der vorläufigen Erntebilanz. Die weitere Entwicklung auf den internationalen Märkten bleibe abzuwarten. Während das Getreide glimpflich durch die Saison gekommen sei, seien bei den später zu erntenden Kulturen wie Mais, Kartoffeln und Zuckerrüben größere Auswirkungen der Trockenheit zu erwarten.

Kammerpräsident Karl Werring wies ebenfalls darauf hin, dass der Weltmarkt bei vielen Agrarzeugnissen starken Einfluss habe und die weitere Preisentwicklung schwer vorauszusagen sei. Bei Getreide seien die Transportkosten zwar weltweit und auch hierzulande durch das Niedrigwasser des Rheins gestiegen. Bei verarbeiteten Lebensmitteln wie einem Brötchen mache aber Getreide nur einen sehr kleinen Teil des Verkaufspreises aus.

Die Obsternte falle in NRW überwiegend gut aus. So wird bei Äpfeln mit einer guten Ernte gerechnet. Werring appellierte, auch Äpfel zu kaufen, die durch Hagel kleine braune Stellen bekommen haben. Der Apfel schmecke trotzdem. Auch bei Zwetschen werde mit einer guten Ernte gerechnet. Er kritisierte den Umfang von Importen durch den Handel, obwohl hierzulande die Ernte laufe. Die Freiland-Erdbeerernte sei etwas hinter den Erwartungen zurückgeblieben.