Bundestagsabgeordnete Kerstin Griese ließ sich von Geschäftsführer Rainer Gölz durch Witte-Standort in Velbert führen. Foto: Büro Griese

Velbert. Auf ihrer „Sommertour“ hat Bundestagsabgeordnete Kerstin Griese (SPD) Witte Automotive besucht. Die Zukunft der Industrie hänge nicht an neuen Technologien, sondern an den Menschen, die diese entwickelten, so die Abgeordnete.


Ein Türschloss muss nicht nur funktionieren – es soll auch gut klingen. Was hinter solchen scheinbaren Kleinigkeiten steckt, erlebte Kerstin Griese (SPD) bei ihrem Besuch bei Witte Automotive. Im Rahmen ihrer Sommertour informierte sich die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesarbeitsministerium über Innovationen, Produktionsprozesse und die Herausforderungen der Automobilzulieferindustrie.

Gemeinsam mit dem geschäftsführenden Gesellschafter Rainer Gölz besichtigte Griese die Entwicklungs- und Prüflabore des Unternehmens. Dort werden Schließ- und Verriegelungssysteme unter extremen Bedingungen getestet – bei Kälte, Hitze, hoher Luftfeuchtigkeit und im Salzsprühnebel.

Auch die Akustik spielt eine wichtige Rolle: Ein Schloss müsse hörbar schließen, dürfe dabei aber nicht klappern oder scheppern, erläuterte Gölz. Es solle vielmehr „hochwertig klingen“.

Ein Beispiel für die Entwicklungsarbeit ist Witol. Das Bauteil sorgt dafür, dass kleine Abweichungen bei der Montage von Fahrzeugteilen automatisch ausgeglichen werden. „Früher musste man solche Toleranzen zum Beispiel mit Unterlegscheiben ausgleichen. Das dauert natürlich länger“, erklärte Gölz.

„Damit wird deutlich, was hinter dem Begriff Innovation steckt und wie Witte versucht, die Herausforderungen der Automobilindustrie mit Innovation zu meistern“, sagte Griese nach dem Rundgang. Es gehe dabei nicht nur um technische Entwicklungen, sondern auch um die Bedingungen, unter denen Industrieunternehmen heute arbeiten: internationaler Wettbewerb, veränderte Produktionszahlen und der Bedarf an gut qualifizierten Fachkräften.

Seit ihrem letzten Besuch vor fünf Jahren habe sich am Standort Velbert einiges verändert, erfuhr die Abgeordnete. In neuen Entwicklungsbereichen setzt Witte unter anderem auf flexible Arbeitsformen wie Desksharing. „Die Zukunft der Industrie entscheidet sich nicht allein an neuen Technologien. Sie wird von den Menschen gestaltet, die diese Technologien entwickeln und produzieren“, betonte Griese.