Es habe mehrere Festnahmen gegeben, teilte die Polizei mit.
Es habe mehrere Festnahmen gegeben, teilte die Polizei mit. Foto: Avcam/Presseagentur Heitink/ANP/dpa

Overasselt (dpa) – Bei einer Schießerei im niederländischen Dorf Overasselt nahe der deutschen Grenze ist ein Mann getötet worden. Zwei Polizisten wurden verletzt. 34 Personen seien festgenommen worden, teilte die Polizei auf einer Pressekonferenz mit. Wegen möglicher andauernder Gefahr wurden die Bewohner des Dorfes aufgefordert, in ihren Häusern zu bleiben und Fenster und Türen geschlossen zu halten. 


Seit dem frühen Morgen war der Ort bei Nimwegen abgeriegelt, die örtliche Grundschule geschlossen. Stundenlang machten mehrere Polizeieinheiten auch mit Hubschraubern Jagd auf die mutmaßlichen Täter. Es soll um dutzende bewaffnete Personen gehen. Nach Angaben der Polizei hatten sich einige in einem Maisfeld versteckt. Auf zwei Autobahnen in der Region wurden nach Polizeiangaben mutmaßliche Fluchtautos gestoppt und mehrere Personen festgenommen. Auch am Bahnhof in Nimwegen gab es Festnahmen. 

Bei den Verdächtigen handelt es sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft «um eine internationale Gruppe», darunter Franzosen, Belgier, Algerier und Niederländer. Über ein Motiv wurden noch keine Angaben gemacht. Bei den Festnahmen seien Waffen und Computer sichergestellt worden. 

Mit Hinweis auf laufende Ermittlungen wollte die Polizei keine weiteren Einzelheiten geben. 

Maskierte und schwer bewaffnete Personen

Die Tageszeitung «De Telegraaf» veröffentlichte Aufnahmen von Kameras, auf denen etwa 30 schwer bewaffnete und maskierte Personen zu sehen sind. Dutzende junge Männer waren demnach am frühen Morgen durch das Dorf gelaufen. Einige trugen Gewehre.

Gegen 4.00 Uhr war die Polizei nach eigenen Angaben alarmiert worden. Als sie bei dem Haus in dem Dorf ankamen, hätten Verdächtige sofort auf die Beamten geschossen. Verstärkung und Hilfsdienste waren nach Angaben der Polizei schnell zur Stelle. Die Beamten seien ins Krankenhaus eingeliefert worden und außer Lebensgefahr. 

Möglicher Drogenkonflikt

Nach Medienberichten handelt es sich um einen Konflikt in einer Drogenbande. Der Mann, auf dessen Haus nun geschossen wurde, soll verbunden sein mit der Bande des Kokainhändlers Jos Leijdekkers, genannt «Bolle Jos». Er ist einer der berüchtigtsten Drogenhändler und steht seit Jahren auf den internationalen Fahndungslisten. 

Schon 2025 Anschlag

Das Haus in dem Dorf war bereits im vergangenen Jahr Ziel eines Anschlages. Damals hatte ein 21-Jähriger mit einer Kalaschnikow auf das Eingangstor gefeuert. Es sollte eine Warnung sein, sagte er später vor Gericht. Den Namen seines Auftraggebers nannte er nicht. 

Bei dem Toten soll es sich nach Medienberichten um einen Personenschützer handeln, den die Bewohner des Hauses nach dem Anschlag angestellt hatten. 

Entsetzte Reaktionen

Bürger und Politiker reagierten entsetzt, über das Ausmaß der Gewalt. «Diese Gewalt tolerieren wir nicht», sagte Justizminister David van Weel. «Ich bin zutiefst schockiert», sagte Bürgermeister Joerie Mindes. «Was heute Nacht in Overasselt passiert ist, ist völlig inakzeptabel und überschreitet alle Grenzen.»