
Wuppertal (dpa/lnw) – Ein historischer Schwebebahnwagen ist passend zum Jubiläumsjahr die neue Attraktion am Wuppertaler Hauptbahnhof. Ein großer Kran hat das alte Fahrzeug von einem Tieflader auf eine Stahlkonstruktion gehoben. Die Platzierung zwischen zwei am Gleis 1 stehenden Gebäuden verfolgten Hunderte Schaulustige. Der 76 Jahre alte Schwebebahnwagen wird noch an einer Aufhängung fest installiert und von einem Glaskubus umgeben.
«Das ist jetzt das neue Eingangstor für die Stadt», sagte Immobilien-Investor Markus Bürger, der die Gebäude saniert hat. Die Schwebebahntrasse führt nicht über den Wuppertaler Hauptbahnhof, sondern schlängelt sich in einiger Entfernung daran vorbei. Reisende würden nun direkt am Hauptbahnhof von einer Schwebebahn, dem Wahrzeichen der Stadt, begrüßt, erklärte Bürger.
Kleinanzeige mit Schwebebahn entdeckt
Der Schwebebahnwagen Nummer 76 der Baureihe 1950 hat eine lange Reise durch Teile von Nordrhein-Westfalen absolviert, bevor er wieder in Wuppertal angekommen ist. Er habe eine Kleinanzeige mit dem Schwebebahnwagen im Internet entdeckt und ihn gekauft, sagte Bürger. Der Wagen sei im Rheinland in einer Gastronomie genutzt worden. Danach habe er in Siegen als Café gedient.
Familienfest zum Jubiläum am 19. September
Die einzigartige Wuppertaler Schwebebahn hat am 1. März 1901 ihren Betrieb aufgenommen. Das Jubiläum 125 Jahre wird am 19. September mit einem Familienfest auf dem Areal zwischen dem Wuppertaler Hauptbahnhof und der Schwebestation Hauptbahnhof gefeiert. Mehr als 80.000 Fahrgäste nutzen täglich die Wuppertaler Schwebebahn, darunter sind viele Touristen.
Kommunen rückten mit Schwebebahn zusammen
Die gut 13 Kilometer lange Schwebebahntrasse verläuft zumeist über der Wupper, an deren Ufer die Stützen für den Fahrweg stehen. Im engen Tal war die Schwebebahn nicht nur eine Lösung der Verkehrsprobleme. Sie trug auch dazu bei, dass die Kommunen enger aneinander rückten. Barmen, Elberfeld, Vohwinkel und weitere Kommunen wurden erst 1929 zur Stadt Wuppertal.
Metropolen setzen auf U-Bahnen statt Schwebebahn
Schöpfer des Verkehrsmittels mit freischwebend aufgehängten Personenwagen war der Zuckerfabrikant Eugen Langen. Nach seinem System ging in Dresden eine Bergbahn in Betrieb. Hoffnungen auf Folgeprojekte erfüllten sich nicht. Zwei Schwebebahnwagen aus dem Jahr 1900 sind rundum erneuert als «Kaiserwagen» für besondere Anlässe wieder in Wuppertal im Einsatz.
