Velbert. Das Stadtarchiv Velbert hilft nicht nur bei der Recherche zur Stadtgeschichte – immer wieder bringt es auch Menschen zusammen, die sich aus den Augen verloren haben. Das Archiv ist öffentlich und kann für Recherchezwecke von jedermann angefragt werden oder besucht werden. Darauf macht die Stadtverwaltung aufmerksam.
Manchmal liegt eine jahrzehntelange Geschichte in einer alten Meldekarte, einem historischen Dokument oder einem Foto verborgen. Und manchmal braucht es nur eine Anfrage beim Stadtarchiv, um Menschen wieder miteinander zu verbinden. Sachbearbeiterin Nadia Mannertz hat bereits zahlreiche Menschen bei ihrer Suche unterstützt. „Ich weiß nie, was mich heute erwartet, wenn ich ins Stadtarchiv komme. Und gerade das macht mir so Spaß. Es ist ein schönes, erfüllendes Gefühl, wenn ich Menschen helfen kann, wieder zueinander zu finden.“
Besonders die historischen Meldekarten können wertvolle Hinweise liefern. Gemeinsam mit weiteren Unterlagen werden sie derzeit nach und nach digitalisiert. Das erleichtert künftige Recherchen und macht die Suche noch schneller. „Persönliche Kontakte sind wichtig. Gerade beim Austausch von Informationen ist das unglaublich wertvoll für das Stadtarchiv. Diese Informationen machen oft den Unterschied“, erklärt Stadtarchivleiter Dr. Ulrich Morgenroth.
Voraussetzung für eine Recherche nach einer Person ist ein nachvollziehbarer Bezug zu Velbert. Dieser kann beispielsweise durch historische Meldeunterlagen, Geburts-, Heirats- oder Sterbeurkunden belegt werden. Findet das Archiv eine gesuchte Person, wird diese zunächst postalisch kontaktiert. Kontaktdaten dürfen aus Datenschutzgründen nur mit Zustimmung beider Seiten weitergegeben werden. Die Einsicht in historische Dokumente ist zudem an bestimmte Voraussetzungen, wie einen nachweisbaren Familienbezug, geknüpft.
Freunde und Familie finden wieder zueinander
Eine Anfrage führte beispielsweise eine Frau wieder mit ihrem ehemaligen Schulfreund zusammen. Mithilfe der im Archiv vorhandenen Unterlagen konnte die gesuchte Person ausfindig gemacht und der Kontakt hergestellt werden. „Die Freude bei ihr war unglaublich“, erinnert sich Nadia Mannertz. Die beiden kamen später sogar persönlich ins Archiv, um sich für die erfolgreiche Recherche zu bedanken.
Auch Familien nutzen die Bestände, um ihrer eigenen Geschichte auf die Spur zu kommen. Eine Familie recherchierte beispielsweise nach ihrem Großvater, der 1938 aufgrund seiner jüdischen Abstammung aus Velbert ausgewandert war. Im Stadtarchiv fanden sich historische Fotografien seines ehemaligen Hauses in der Velberter Innenstadt und der Anlass für die Familie, den Ort gemeinsam aufzusuchen.
In einem weiteren Fall half das Stadtarchiv dabei, zwei Geschwister wieder zusammenzubringen. Eine Halbschwester, die nach der deutschen Teilung in Ostdeutschland geblieben war, suchte ihren Halbbruder, der in den Westen gezogen war. Über die Recherche konnte der Kontakt hergestellt werden. Nach vielen Jahren der Trennung trafen sich die Geschwister schließlich in Leipzig wieder.
Anfragen und Recherche
„Viele wissen gar nicht, dass das Stadtarchiv öffentlich ist und stecken ganz schüchtern den Kopf herein oder kommen gar nicht“, so Nadia Mannertz. Dabei steht das Archiv allen Interessierten offen. Neben historischen Dokumenten gibt es unter anderem Bücher, alte Zeitungen und Fotografien zu entdecken. Wer mehr über die eigene Familiengeschichte erfahren, einen früheren Kontakt suchen oder historische Informationen zu Personen und Orten mit Velbert-Bezug recherchieren möchte, kann sich zu den Öffnungszeiten an das Stadtarchiv wenden. Anfragen sind unter stadtarchiv@velbert.de möglich.


