Velbert/Wuppertal. Am Donnerstag, 17. September, hat es einen Brandanschlag auf die Wuppertaler Synagoge an der Gemarker Straße 15 gegeben. Ein Tatverdächtiger wurde festgenommen. Das Bündnis „Aktiv gegen Antisemitismus“ verurteilt den Brandanschlag aufs Schärfste. In seiner Stellungnahme beklagt es, mit welcher Normalität mittlerweile Judenhass ausgelebt werde.
Nach Polizeiangaben hat am Donnerstagmittag, 17. September, gegen 14 Uhr eine brennbare Flüssigkeit auf den Treppenstufen vor der Bergischen Synagoge in Wuppertal-Barmen ausgebreitet und angezündet. Der Brand habe unmittelbar gelöscht werden können, heißt es.
Ein Verdächtiger konnte noch in Tatortnähe durch Polizeibeamte festgenommen werden. Dabei handelt es sich nach Polizeiangaben um einen 37-jährigen Afghanen, der schon polizeilich in Erscheinung getreten sei. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen aufgenommen.
Die Kriminalpolizei Polizei sucht insbesondere zwei junge Frauen, die sich zum Tatzeitpunkt in der Nähe aufgehalten haben sollen. im unmittelbaren Nahbereich des Tatortes aufgehalten haben. Wer Hinweise auf den Tathergang geben kann, wird gebeten, sich unter 0202/284-0 bei der Polizei zu melden.
Der Brandanschlag in Wuppertal, verübt nur wenige Tage vor Jom Kippur, dem höchsten jüdischen Feiertag, hat ein großes Medienecho ausgelöst.
Das Velberter Bündnis „Aktiv gegen Antisemitismus“ hat eine Stellungnahme wie folgt im Wortlaut verfasst. Den Brandanschlag auf die Wuppertaler Synagoge verurteilt das Bündnis „aufs Schärfste“:
„Wir sind sehr froh, dass keine Personen zu Schaden gekommen sind, bestürzt aber darüber, dass der Täter sich traute, mitten am Tag ungeachtet der Bewachung der Synagoge diesen feigen Anschlag durchzuführen. Es scheint „normal“ geworden zu sein, seinen Judenhass auszuleben – egal ob in der Schule, im Bus oder vor einer Synagoge. Bereits 2014 wurde von drei Palästinensern ein Brandanschlag auf die Wuppertaler Synagoge verübt. Die Männer wurden seinerzeit zu Bewährungsstrafen verurteilt.
Seit dem Hamas-Überfall am 07.10.2023 grassiert ein immer offenkundiger werdender Antisemitismus, der sich gerade zu den jüdischen Festtagen manifestiert.
Unsere Solidarität gehört den Mitgliedern der jüdischen Gemeinde. Das Judentum existiert seit über 1.700 Jahren in Deutschland. Wir als Velberter Bündnis werden alles daransetzen, dass jüdisches Leben in Deutschland auch weiterhin möglich bleibt und vor allem angstfrei wird.
Wenn Sie an unserer Seite für Menschen mit jüdischen Wurzeln und für das Miteinander in unserer Gesellschaft einstehen wollen, werden Sie Teil unseres Bündnisses! Besuchen Sie gerne unsere Internetseite, www.aktiv-gegen-antisemitismus.net, und machen Sie mit bei unseren Veranstaltungen und Aktivitäten! Es liegt in unserer Verantwortung, zu verhindern, dass Antisemitismus, Menschenverachtung und Ausgrenzung, schweigend hingenommen werden!“


