
Heiligenhaus/Berlin. Der „Deutschland summt!“-Pflanzwettbewerb ist dieses Jahr zum elften Mal ausgetragen worden. Jetzt wurden in Berlin die Projekte mit vorbildlichem Engagement für Wildbienen und Naturgärten ausgezeichnet. Auch Heiligenhaus hat gewonnen. In der Kategorie „Kommunale Flächen“ hat der Friedhofs-Naturgarten den ersten Preis bekommen.
Die Stiftung für Mensch und Umwelt veranstaltet den Wettbewerb „Deutschland summt!“ seit 2016 mit dem Ziel, Menschen dazu zu ermutigen, Gärten und andere Grünflächen naturnah zu gestalten. Im Mittelpunkt stehen heimische Pflanzen und vielfältige Lebensraumstrukturen für Wildbienen und andere Tiere. Ebenso wichtig ist es, Wissen und Begeisterung weiterzugeben und damit andere zum Mitmachen anzuregen.
In diesem Jahr gingen 286 Beiträge aus ganz Deutschland ein. Rund 4.000 Menschen beteiligten sich und gestalteten gemeinsam 17 Hektar naturnah. Sie entsiegelten Flächen, pflanzten heimische Wildpflanzen, legten Teiche und Sandarien an und schufen mit Totholz, Trockenmauern und offenen Bodenstellen neue Lebensräume. 47 Beiträge zeichnete die Stiftung für Mensch und Umwelt in diesem Jahr aus. Besonders stark vertreten waren die Kategorien große und kleine Privatgärten, gefolgt von Schulgärten und kommunalen Flächen. Die meisten Beiträge kamen aus Nordrhein-Westfalen mit 54 Einreichungen.
Unter den Gewinnern – und zwar mit einem beeindruckenden ersten Preis – ist der Heiligenhauser Natur-Schaugarten, der unter der Federführung des Arbeitskreises Natur und Umwelt auf dem Gelände des städtischen Friedhofs an der Berta-Benz-Allee errichtet wurde. Der Garten soll anschaulich darstellen, wie ein naturnaher Lebensraum gestaltet werden kann – mit vielen verschiedenen Strukturen, die Tieren und Pflanzen zugutekommen. Farbige Informationstafeln laden dazu ein, die einzelnen Bereiche kennenzulernen, und geben Anregungen, wie sich ähnliche Elemente auch im eigenen Garten umsetzen lassen.
„Ich freue mich riesig, dass unser gemeinsames Engagement für mehr Natur und Artenvielfalt auf diese Weise gewürdigt wird“, so Siglinde Ottenjann, Sprecherin des Arbeitskreises, die auch zur Verleihung nach Berlin gefahren ist. Die Prämierungsfeier fand im Tagungszentrum in den „Gärten der Welt“ in Berlin statt. Rund 150 Gäste aus dem gesamten Bundesgebiet waren dabei.

Beim Wettbewerb geht es nicht allein um die gestaltete Fläche; ein weiteres Kriterium ist, dass Wissen und Erfahrungen auch weitergegeben werden. „Uns ist wichtig, dass die guten Ideen nicht am eigenen Gartenzaun enden. Unsere Preisträgerinnen und Preisträger zeigen, was auf ganz unterschiedlichen Flächen möglich ist, und sie nehmen andere Menschen mit. Durch gute Beispiele, Austausch und die Freude soll der Funke der Begeisterung weitergetragen werden“, sagte Dr. Corinna Hölzer, Leiterin der Stiftung für Mensch und Umwelt.
Beides vereint der Natur-Schaugarten in Heiligenhaus offenbar in optimaler Form, was ihn aus Sicht der Stiftungsjuroren für den ersten Preis prädestiniert hat.
Über den Natur-Schaugarten
Der Schaugarten zeigt, dass sich mit einfachen Mitteln wertvolle Lebensräume schaffen lassen. Diese Lebensräume fördern nicht nur die Artenvielfalt, sondern machen auch jeden Garten lebendig und abwechslungsreich. Zu entdecken gibt es vieles: Heimische Wildpflanzen, Sträucher und Stauden, die robust und pflegeleicht sind. Natürliche Wegdecken und Einfriedungen verschiedener Art zeigen Alternativen zur Kirschlorbeerhecke und zum Stabgitterzaun. Wildrosen und -sträucher, Hainbuchen- und Benjeshecken bieten Vögeln Brutplätze. Eine Trockenmauer und ein Lesesteinhaufen schaffen Verstecke für Insekten und Reptilien. Im Totholz finden Igel, Amphibien und Wildbienen wertvolle Rückzugsräume. Eine kleine Blumenwiese und ein Wildblumensaum locken Schmetterlinge und andere Insekten an. Ein kleiner Teich mit angrenzendem Sumpfbeet wird Frösche, Molche und andere Lebewesen, die auf das Wasser angewiesen sind, anziehen. Auch spezielle Strukturen wie ein Sandarium, eine optimale Nisthilfe für Wildbienen, oder ein Käferkeller können bestaunt werden.


