An speziellen Puppen kann man die lebensrettende Herzdruckmassage üben. (Archivbild)
An speziellen Puppen kann man die lebensrettende Herzdruckmassage üben. (Archivbild) Foto: Bernd Thissen/dpa

Bielefeld (dpa/lnw) – Sieben Tage und sieben Nächte Herzdruckmassage ohne Pause: In Bielefeld ist ein neuer Weltrekord in Wiederbelebung aufgestellt worden. 168 Stunden lang haben Schüler, Vereine und Bürger ohne Unterbrechung eine Reanimationspuppe wiederbelebt. Damit wurde der bisherige Weltrekord deutlich überboten. Das Rekord-Institut für Deutschland hat die Aktion überprüft und den Rekord in der Kategorie «längste Reanimation (Staffel)» bestätigt.


Die ganze Woche über hatten sich lange Schlangen gebildet, weil sich so viele Menschen an der Aktion beteiligen wollten. In der Nacht zum Montag ist die Aktion wie geplant zu Ende gegangen.

Der Weltrekordversuch im Franziskus Hospital in Bielefeld fand im Rahmen der bundesweiten Woche der Wiederbelebung statt. Ziel der Aktionswoche war es, Menschen die Angst zu nehmen, im Ernstfall sofort mit einer Herzdruckmassage zu beginnen. Denn jede Minute ohne Wiederbelebung senkt die Überlebenschancen der betroffenen Patienten deutlich.

Chefarzt: Wiederbelebung rettet Leben

«Im Notfall zählt jede Sekunde. Deshalb müssen wir alle befähigt sein, ohne Hemmschwelle einfache lebensrettende Handgriffe anzuwenden – noch bevor der Rettungsdienst eintrifft», sagte Chefarzt Niels Rahe-Meyer, der Initiator des Weltrekordversuchs.

Während tagsüber vor allem Schulklassen die Reanimation der Puppe übernahmen, waren nachts auch Teams von Kliniken, Rettungsdiensten und Hilfsorganisationen im Einsatz.

Mit der neuen Bestmarke hat das Franziskus Hospital einen Weltrekord übertroffen, der erst vor wenigen Wochen aufgestellt worden war: In Schwerin hatten nach Angaben des Rekord-Instituts für Deutschland Anfang September mehr als 870 Menschen 128 Stunden lang nonstop eine Herzdruckmassage an einer Puppe ausgeführt.

Viel mehr Menschen könnten Herzstillstand überleben

Bis zu 140.000 Menschen in Deutschland erleiden Experten zufolge jedes Jahr außerhalb eines Krankenhauses einen Herz-Kreislauf-Stillstand. Viele könnten gerettet werden, wenn Angehörige, Freunde oder Kollegen richtig und vor allem sofort reagieren. Doch bislang überlebt nur gut jeder Zehnte.