Das Erzbistum Paderborn, hier der Dom in gotischem Baustil, vermeldet überraschend gestiegene Kirchensteuereinnahmen. (Archivbild)
Das Erzbistum Paderborn, hier der Dom in gotischem Baustil, vermeldet überraschend gestiegene Kirchensteuereinnahmen. (Archivbild) Foto: Bernd Thissen/dpa

Paderborn (dpa/lnw) – Das Erzbistum Paderborn hat trotz sinkender Zahlen bei den Kirchenmitgliedern im vergangenen Jahr ein Plus bei den Kirchensteuereinnahmen registriert. Diese stiegen um 7,0 Prozent auf knapp 450 Millionen Euro. Das teilte das Erzbistum bei der Vorstellung der Finanzahlen für das Jahr 2025 mit. Der überraschende Zuwachs ist allerdings auf einen Sondereffekt zurückzuführen. Diözesan-Ökonom Volker Mauß erklärte das Plus mit einer nachträglichen hohen Steuerzahlung vom Finanzamt. Ob es sich um einen Einmaleffekt handele, könne er nicht sagen. 


Auslöser für den Sondereffekt ist das sogenannte Kirchensteuer-Clearing zwischen den deutschen Bistümern. Dabei werden nachträglich mehrere Jahre zurückliegend Finanzmittel ausgeglichen, weil zum Beispiel ein Katholik aus dem Bereich Paderborn in Köln arbeitet und die Lohnsteuer dort eingezogen wird. Im vergangenen Jahr floss bei diesem Clearing eine besonders ungewöhnlich hohe Summe auf das Konto in Paderborn. 

Unter dem Strich machte das Erzbistum im vergangenen Jahr mit rund 40.000 weniger Mitgliedern ein Plus von 67 Millionen Euro (2024: 83 Millionen Euro). Die Bilanzsumme kletterte erstmals in der Geschichte des Erzbistums auf über knapp 5 Milliarden Euro. Hinzu kommt das Vermögen des Erzbischöflichen Stuhls, dessen Bilanz mit 2,7 Milliarden Euro bereits im August vorgestellt wurde. 

Für das laufende Jahr erwartete Mauß sinkende Kirchensteuererträge und einen weiteren Rückgang beim Jahresüberschuss.