
Bremen (dpa) – Vier Partien, kein Stürmertor – Mit der Bilanz seiner Angreifer konnte Bundestrainer Jürgen Klopp bei seinem Länderspiel-Debüt nicht zufrieden sein. Einer, der in seinen 24 Spielen im Nationaltrikot bereits 14 Mal erfolgreich war, verfolgte den durchwachsenen Viererpack der DFB-Elf vor dem Fernseher: Niclas Füllkrug.
Dabei hat der 33-Jährige in dieser Saison in vier Bundesligaspielen schon drei Treffer erzielt und präsentiert sich seit seiner spektakulären Rückkehr zu Werder Bremen in erstaunlich guter Form. An diese will Füllkrug nach der XXL-Länderspielpause auch an diesem Freitagabend anknüpfen, wenn es für ihn mit den Grün-Weißen zu Borussia Dortmund geht (20.30 Uhr/Sky).
Gute Zeit in Dortmund
Füllkrug freut sich nicht nur deshalb auf diese Partie, weil es nach drei Wochen Pause endlich wieder losgeht, sondern vor allem, weil er an den Signal Iduna Park beste Erinnerungen hat. Ein Jahr trug Füllkrug das schwarz-gelbe Trikot und erzielte in 43 Pflichtspielen für den BVB 15 Treffer.
«Ich freue mich auf den Signal Iduna Park und die Gelbe Wand», sagte Füllkrug vor der Rückkehr an die alte Wirkungsstätte. «Ich habe dort ganz viele besondere Erinnerungen sammeln dürfen, weil es ein sehr intensives Jahr war.»
Erstmals in seiner Karriere spielte er mit Dortmund in der Champions League und erreichte sogar das Finale. Er erlebte viele besondere Abende mit dem BVB. «Dortmund war eine sehr erfolgreiche Zeit. Es war wahrscheinlich das beste und erfolgreichste Jahr meiner Karriere», sagte Füllkrug, den es dann für viele überraschend zu West Ham United in die englische Premier League zog.
Wohlfühloase Bremen
Ein Transfer, der im Nachhinein für einen Knick in Füllkrugs Karriere sorgte. «Es war definitiv nicht die erfolgreichste Zeit», sagte der Stürmer, der danach noch ein halbes Jahr bei der AC Mailand in Italien spielte, ehe er nach Bremen zurückkehrte. Eine Entscheidung, die er keine Sekunde bereut hat. Ganz im Gegenteil.
«Ich glaube, dass das Gesamtpaket aus Umfeld, Mannschaft und Energie einfach stimmt und es belohnt wird, wenn man sich für den richtigen Weg entscheidet», sagte Füllkrug über seinen gelungenen Neustart an der Weser. «Ich habe mich für den emotionalen Weg entschieden, hier zu Werder zurückzugehen. Damit bin ich auch ein gewisses Risiko eingegangen. Das hat sich jetzt schon gelohnt.»
Thema Nationalmannschaft
So sehr, dass ihn einige schon wieder mit der Nationalmannschaft in Verbindung gebracht haben, obwohl das Thema nach der verpassten WM eigentlich abgehakt schien. Sogar der künftige Sport-Geschäftsführer des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) äußerte sich zuletzt zu Füllkrug.
«Ich sage niemals nie zu irgendwelchen Personalien», meinte Per Mertesacker, der Werder 2011 in genau dem Jahr verließ, als Füllkrug dort zum ersten Mal in den Profikader aufstieg. «Ich habe das selbst im Fußball schon zu oft erlebt, dass irgendwo die Tagesform entscheidet – in einem Business, wo es wirklich um Leistung geht.» Mertesackers Botschaft ist: Jeder Spieler könne sich «über die Bundesliga und im Ausland empfehlen».
Auch Werder-Coach Daniel Thioune ist voll des Lobes über seinen Anführer und Schlüsselspieler. «Die Überzeugung war da, dass Niklas uns helfen kann. Dass er so einschlägt, freut uns natürlich enorm», sagte der Bremer Trainer.
Wichtige Erfahrung
Thioune setzt gerade auch in Dortmund auf Füllkrug. «Für viele von uns ist das Stadion in Dortmund noch Neuland. Dann ist es natürlich sehr wichtig, dass man jemand hat wie Niclas, der weiß, welche Wucht dieses Stadion entwickeln kann, aber auch, wie man es vielleicht beruhigt bekommt», sagte der Werder-Coach. Thioune glaubt auch daran, dass Füllkrug noch einmal eine Chance im Nationaldress bekommt. «Wenn Niclas Füllkrug Woche für Woche auf der Anzeigetafel stattfindet, dann wird der Bundestrainer sicherlich auch mal die A1 Richtung Norden hochfahren.»
