Wuppertal. Am 7. Oktober haben in Düsseldorf die Tarifverhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie begonnen. Die Unternehmer aus dem Bergischen Land bezeichnen die anstehende Tarifrunde als eine der schwierigsten der vergangenen Jahrzehnte, dass berichtet die Vereinigung Bergischer Unternehmerverbände (VBU).
Nach VBU-Angaben stehen die Betriebe des mit landesweit 640.000 Beschäftigten größten Industriezweigs „unter massivem Kosten- und Wettbewerbsdruck“. Vor diesem Hintergrund sei die Forderung der IG Metall nach einer Lohnerhöhung um fünf Prozent mit der wirtschaftlichen Lage vieler Unternehmen kaum vereinbar.
„Hohe Kosten, schwache Nachfrage und ein immer intensiverer internationaler Wettbewerb belasten viele Betriebe seit Jahren“, erklärte Michael Schwunk, Geschäftsführer und Sprecher der VBU. Die anstehende Tarifrunde unterscheide sich laut Schwunk von früheren Verhandlungen vor allem dadurch, dass es nicht um eine vorübergehende konjunkturelle Schwäche gehe, sondern um strukturelle Herausforderungen, die die Handlungsspielräume vieler Unternehmen zunehmend einschränkten. Die Tarifparteien sollten die wirtschaftliche Realität in den Betrieben im Blick behalten, rät Schwunk und fordert: „Wir brauchen Lösungen, die Beschäftigung sichern, notwendige Investitionen ermöglichen und den Unternehmen Luft zum Atmen lassen.“
Diese Tarifrunde sei auch entscheidend für die Tarifbindung und die Akzeptanz des Flächentarifvertrags. Dieser könne nur bewahrt werden, wenn auf die wirtschaftlichen Herausforderungen der Unternehmen eingegangen wird, nimmt er die Tarifvertragsparteien in die Pflicht.
Abwärtstrend in der Metallindustrie aufhalten
Schwunk verwies darauf, dass viele Industrieunternehmen im Bergischen Land seit geraumer Zeit mit schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu kämpfen haben. „Viele Unternehmen fragen sich zunehmend, ob Produktion, Investitionen und Wachstum künftig noch zu wettbewerbsfähigen Bedingungen in Deutschland möglich sind. Eine Trendwende wird nur gelingen, wenn die Kernbranchen der Metall- und Elektroindustrie wie die Automobilindustrie, der Maschinenbau, die Metallverarbeitung oder auch Teile der Elektroindustrie wieder an Wettbewerbsfähigkeit gewinnen. Die Tarifpolitik kann die Standortprobleme nicht lösen, sie sollte die Unternehmen aber nicht zusätzlich belasten. Denn steigende Kosten schränken die Spielräume der Unternehmen für Investitionen und Beschäftigung zunehmend ein“, betonte Schwunk. Gegenwärtig verliere die M+E-Industrie Nordrhein-Westfalens Monat für Monat rund 2.500 Arbeitsplätze.


