Die JU betont ihre Unabhängigkeit vom Kanzler.
Die JU betont ihre Unabhängigkeit vom Kanzler. Foto: Henning Kaiser/dpa

Bonn (dpa) – Der Vorsitzende der Jungen Union (JU), Johannes Winkel, hat die Eigenständigkeit des Parteinachwuchses von CDU und CSU gegenüber Kanzler Friedrich Merz und möglichen Nachfolgern betont. «Wir sind hier nicht der Applausometer für irgendwelche Dezibel-Messer», sagte Winkel vor Beginn des Deutschlandtags der JU in Bonn. «Das ist hier kein Kanzler-Casting», betonte er. «Wir machen unser eigenes Ding.»


Bei dem dreitägigen Treffen der JU in Bonn sprechen sowohl Merz als auch Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) und CSU-Chef Markus Söder vor den Delegierten. Wüst und Söder werden immer wieder als mögliche Nachfolger für Merz gehandelt, der unter Druck steht.

Winkel äußerte die Hoffnung, dass von dem Treffen ein Signal des Aufbruchs ausgehen werde. Viele Parteimitglieder seien in den vergangenen Monaten «in eine gewisse Resignation gefallen».

JU sieht sich auf Augehöhe

Die jungen Abgeordneten diskutierten «auf Augenhöhe» mit CDU und CSU und hätten auch im Bundestag mittlerweile entscheidende Positionen übernommen, betonte Winkel.

Die jährliche Konferenz der JU findet unter dem Eindruck heftiger Turbulenzen in der schwarz-roten Koalition in Berlin statt. Mit Spannung wird der Auftritt von Merz am Samstag erwartet, der im vergangenen Jahr wegen der Rentenreform heftig mit den Delegierten aneinandergeraten war. Seitdem hat der Kanzler in seiner Partei vor allem durch die Niederlagenserie bei den Landtagswahlen im September und schlechte Umfragewerte deutlich an Autorität verloren.