Schicks Rekordtor lässt Leverkusen zum 2:1 jubeln.
Schicks Rekordtor lässt Leverkusen zum 2:1 jubeln. Foto: Federico Gambarini/dpa

Leverkusen (dpa) – Patrik Schick schnaufte einmal kräftig durch und feierte dann mit seinen Teamkollegen und Kindern auf dem Rasen. Der Torjäger vom Dienst hatte Bayer Leverkusen mit einem Rekordtreffer zum 2:1 (1:1) gegen den SC Freiburg geschossen – und die Breisgauer damit von der Tabellenspitze gestürzt. Mit seinem entscheidenden Tor (76. Minute) ist Schick der erste Bayer-Profi, der an den ersten sechs Spieltagen einer Bundesliga-Saison traf. 


«Ich habe schon gehört. Natürlich bin ich sehr glücklich darüber, aber Hauptsache war der Sieg heute. Das macht mich sehr, sehr glücklich», sagte Schick bei DAZN. Der Sieg sei für die Tabelle «sehr wichtig» gewesen, aber auch die Art und Weise gefiel dem Tschechen: «Man kann unsere Entwicklung sehen, wir machen nicht mehr so einfache Fehler.» 

Freiburg hadert: «Das ist dann zu billig»

Bei den Freiburgern überwog der Frust. Es sei «sehr, sehr bitter, weil wir eigentlich ein gutes Spiel machen», meinte Nationalspieler Derry Scherhant: «Auch wenn ich mich über mein Tor freue, überwiegt natürlich der Schmerz der Niederlage heute.» Jan-Niklas Beste kritisierte vor allem das Defensivverhalten bei Schicks Tor: «Da sind wir einfach zu gierig. Das ist dann zu billig, ganz einfach.»

Zuvor hatte vor 30.210 Zuschauern im ausverkauften Leverkusener Stadion Scherhant (14.) Freiburg in Führung gebracht. Ibrahim Maza (19.) sorgte kurz darauf für den schnellen Ausgleich der Gastgeber. Der Sport-Club konnte seine Tabellenführung erneut nicht erfolgreich verteidigen und musste Bayern München sowie Borussia Dortmund vorbeiziehen lassen. Leverkusen bleibt nun punktgleich mit Freiburg auf Rang vier.

Tennisball-Protest vor den Augen von Klopp 

Bundestrainer Jürgen Klopp sah als Zuschauer auf der Tribüne bereits nach drei Minuten eine Spielunterbrechung. Aus Protest gegen Materialverbote im Leverkusener Stadion, die unter anderem Fahnen betreffen, flogen Tennisbälle aus dem Gästeblock auf den Rasen. Sichtlich verärgert suchte Freiburgs Trainer Julian Schuster den Weg zum Gästeblock und machte seinem Unmut über die Aktion Luft. Nach rund fünf Minuten wurde die Partie fortgesetzt.

Frühe Tore auf beiden Seiten 

Nach den internationalen Siegen beider Teams am Donnerstag wirkte es zunächst, als würden sie die Partie ruhig angehen. Doch schon nach weniger als 15 Minuten nutzen die Gäste eine Lücke in der Leverkusener Defensive: Philipp Treu schickte Jan-Niklas Beste über rechts in die Tiefe, bekam den Ball zurück und legte quer. Völlig frei am zweiten Pfosten traf Scherhant zur Freiburger Führung. 

Doch Leverkusen antwortete prompt auf den Rückstand. Nach einem scheinbaren Missverständnis zwischen Matthias Ginter und Igor Makengo spitzte Moussa Diaby dazwischen und legte im Strafraum quer auf Schick. Der Tscheche ließ den Ball per Hacke für Maza abtropfen, der mit der Außenrist zum 1:1 vollendete. Beide Teams zeigten damit pure Effizienz: Jeder erzielte mit seinem ersten Torschuss direkt einen Treffer.

Beide Teams neutralisieren sich

Nicht nur beim Spielstand begegneten sich beide Teams auf Augenhöhe. Dank guter Defensivarbeit gab es nur wenige Chancen. Ein Fehlpass von Beste ermöglichte Alfonso Moreira kurz vor der Pause eine Chance (45.), doch der Freiburger machte seinen Fehler mit einer starken Abwehraktion wieder wett.

Nach dem Seitenwechsel kamen die Gastgeber zu zwei vielversprechenden Chancen: Ein Flachschuss von Facundo Medina aus der zweiten Reihe strich rechts am Tor vorbei (50.), ehe Torjäger Schick aus kurzer Distanz über die Querlatte schoss (59.). 

Schick alleiniger Bayer-Rekordtorschütze 

Dann gelang Schick doch noch der Rekord: Nach Vorlage von Maza traf der Tscheche aus kurzer Distanz zum 2:1 und erzielte damit auch im sechsten Saisonspiel ein Tor. Damit überflügelte der Stürmer Dimitar Berbatow (Saison 2005/06) und Stefan Kießling (2009/10).