
Stuttgart (dpa) – Nach dem starken Champions-League-Auftritt gegen das spanische Spitzenteam von Atlético Madrid will der VfB Stuttgart endlich auch in der Fußball-Bundesliga in Fahrt kommen. Entsprechend groß ist die Bedeutung des Heimspiels am Freitag (20.30 Uhr/Sky) gegen Borussia Mönchengladbach auch für Jamie Leweling. Schließlich ist der VfB in der Liga als Tabellenvierter der Vorsaison mit bisher sechs Punkten aus sechs Spielen alles andere als erfolgreich gestartet.
Gegen Atlético erstes Pflichtspieltor
«Das ist schon ein sehr wichtiges Spiel», sagte Flügelstürmer Leweling, dem gegen das Schlusslicht vom Niederrhein eine wichtige Rolle zufallen könnte. Schließlich scheint er nach einem persönlich ziemlich durchwachsenen Saisonstart langsam in Fahrt zu kommen – zu sehen beim 1:1 gegen Atlético mit einer starken Leistung und dem Treffer zur 1:0-Führung (36. Minute). Es war sein erstes Saisontor in bisher neun Pflichtspieleinsätzen.
Das sei schon ein Moment gewesen, der beim Nationalspieler «für neues Selbstbewusstsein sorgen könnte», sagte VfB-Sportvorstand Fabian Wohlgemuth. «Er ist jemand, der die langen Sprints zieht, viel arbeitet. Dann ist ein Tor immer auch eine Situation, die man gerne mitnimmt, um im nächsten Spiel noch selbstbewusster in die Aktionen zu gehen und noch schneller den Abschluss zu suchen.»
Daher würde es verwundern, sollte Trainer Sebastian Hoeneß den 25-jährigen Leweling gegen Mönchengladbach nicht wieder in die Startelf stellen. Schließlich soll es für den VfB gegen die noch punkt- und sieglose Borussia nun auch in der Bundesliga aufwärtsgehen.
Lewelings schwierige Saisonvorbereitung
Zudem überzeugt die Offensive des VfB bisher nicht gerade mit Effizienz in der Chancenverwertung. Das war vor dem Spiel gegen die Madrilenen auch beim 0:1 beim Hamburger SV zu sehen. Da hilft es, wenn einer wie Leweling langsam aus seinem Formtief kommt.
Dass das erst jetzt im Herbst passiert, hat sicher auch mit seiner schwierigen Saisonvorbereitung zu tun – und vielleicht mit dem Transfermarkt. Zum einen stieg der gebürtige Nürnberger, der 2023 von Union Berlin an den Neckar kam, nach der Weltmeisterschaft später ein, zum anderen hatte er im Sommer auch gesundheitliche Probleme.
Zudem soll er kurz vor dem Ende der Transferperiode vor einem Wechsel zur AS Rom oder zum FC Everton gestanden haben – blieb dann aber doch in Stuttgart. «Da gab es möglicherweise in seinen Gedanken Dinge in der Sommerpause und der Transferperiode, die auch seine Form beeinflusst haben könnten», meinte Wohlgemuth. Wegen seiner kaum überzeugenden Leistungen wurde Leweling, der beim VfB einen Vertrag bis 30. Juni 2029 hat, von Bundestrainer Jürgen Klopp auch nicht für den Auftakt der Nationalmannschaft in der Nations League nominiert.
VfB hofft auf Sieg gegen Mönchengladbach
Gegen Atlético zeigte er jedoch, wie wertvoll er sein kann – auch wenn er bei seinem Tor etwas Glück hatte, weil der Ball abgefälscht wurde. Dafür war seine Bewegung, mit der er ihn sich vor dem Schuss mit der Hacke selbst vorlegte, technisch vom Feinsten. Auch mit schnellen Flügelläufen setzte er den spanischen Tabellenzweiten unter Druck.
Diese Qualitäten kann der VfB auch gegen die verunsicherten Mönchengladbacher mit ihrem aus Stuttgart stammenden Trainer Alexander Blessin gut gebrauchen. Schließlich will die auf Rang 13 stehende Hoeneß-Elf die Tabelle so schnell wie möglich von hinten aufrollen.
