
Halle (dpa) – Das Zukunftszentrum für Deutsche Einheit und Europäische Transformation startet eine deutschlandweite Gesprächsreihe zu Fragen und Erfahrungen des Wandels. Die erste von fünf Veranstaltungen unter dem Namen «Zwischentöne. Menschen, ihre Erfahrungen und Perspektiven auf Zukunft» finde am 24. November in Frankfurt (Oder) statt, sagte Programmdirektorin Uta Bretschneider der Deutschen Presse-Agentur.
Weitere geplante Stationen sind demnach Wuppertal, Mannheim und Rostock bis ins kommende Jahr. Den Abschluss soll eine Veranstaltung in Halle bilden. Partner der Reihe ist die gemeinnützige Organisation «More in Common Deutschland» mit Sitz in Berlin, die nach eigenen Angaben unter anderem zu Fragen des gesellschaftlichen Zusammenhalts forscht.
Diskussion in Städten mit Umbrucherfahrung
Ziel der Gesprächsreihe sei es, Erfahrungen mit Umbrüchen in Ost und West, Lebenswege und Lebensgeschichten sicht- und hörbar zu machen und daraus zu lernen. «Ich beschreibe uns gerne auch als eine Erfahrungen sammelnde und zuhörende Institution», sagte Bretschneider. Ausgewählt wurden nach Angaben des Zukunftszentrums bewusst Städte, die stark von solchen Veränderungen geprägt sind.
Zum Auftakt in Frankfurt (Oder) wird unter anderem der Journalist Christian Bangel erwartet. Der in der brandenburgischen Grenzstadt geborene Bangel hatte für die ostdeutsche Nachwendezeit der 90er den Begriff der «Baseballschlägerjahre» geprägt.
Die Gesprächsrunden sollen auch das Publikum beteiligen. Interessierte können sich ab sofort auf der Website des Zukunftszentrums für die Auftaktveranstaltung anmelden. Zugleich sollen sie zeigen, wie das Zukunftszentrum schon vor der geplanten Fertigstellung seines Neubaus 2032 arbeiten will. «Das ist ja quasi die größte Herausforderung, Institution zu sein und sichtbar zu werden ohne ein eigenes Haus.»
Interimsgebäude für die Zeit bis 2032 gesucht
Da der wissenschaftliche Personalstab noch im Aufbau befindlich ist, hat sich das Zukunftszentrum die Unterstützung von «More in Common» gesichert. Die Gespräche sollen dokumentiert und auch über die Reihe hinaus im geplanten «Archiv der Transformation» zugänglich gemacht werden, das sich im künftigen Sitz des Zukunftszentrums am Riebeckplatz in Halle befinden soll. Das Archiv soll eine zentrale Rolle als Quelle künftiger Ausstellungen und Programme spielen.
Für die Zeit bis zur geplanten Fertigstellung des futuristischen Glasbaus im Jahr 2032 will die Direktorin mit dem Zukunftszentrum ein Interimsgebäude beziehen, das derzeit gesucht werde. Geplant sei ein Veranstaltungsraum für rund 200 Gäste. Möglichst soll dort bereits im kommenden Jahr der Abschluss der Gesprächsreihe stattfinden.
Das Zukunftszentrum für Deutsche Einheit und Europäische Transformation ist eine Einrichtung des Bundes. Es soll die Leistungen der Ostdeutschen nach der deutschen Einheit 1990 würdigen, auch nach Osteuropa blicken und Transformationsprozesse insgesamt im Hinblick auf Zukunftsfragen wissenschaftlich beleuchten.
