Viel Holz: Das Yexio-Rechenzentrum gibt sich besonders nachhaltig.
Viel Holz: Das Yexio-Rechenzentrum gibt sich besonders nachhaltig. Foto: Friso Gentsch/dpa

Bad Lippspringe (dpa/lnw) – Ein rund 100 Millionen teures Rechenzentrum in Bad Lippspringe soll der dortigen lokalen Wirtschaft sehr schnelle Datenverarbeitungen ermöglichen. Zu der Eröffnung des Zwei-Megawatt-Standorts kam Ministerpräsident Hendrik Wüst, der bei der Feier die Bedeutung von modernen und nachhaltigen Rechenzentren unterstrich.


«Sie stärken den Wirtschaftsstandort Nordrhein-Westfalen, unsere digitale Souveränität und schaffen die Grundlagen für Innovationen», sagte der Christdemokrat. Das neue Rechenzentrum sei auch für die Stärkung des Mittelstandes ein wichtiger Beitrag.

 

Markenname soll Zuversicht vermitteln

Das Rechenzentrum ist schon seit einigen Monaten in Betrieb, es firmiert unter der Marke Yexio, einem Kunstwort aus dem englischen Wort «Yes» dem lateinischen Wort «nexus» (Verbindung) – das Kunstwort soll Zuversicht ausstrahlen. Entwickler und Betreiber der Anlage ist eine Tochterfirma von Hochtief, außerdem sind Investoren mit an Bord. Es soll eine dezentrale Verarbeitung von Daten in der Nähe von Unternehmen ermöglichen.

Ein anderes Yexio-Rechenzentrum war im vergangenen Jahr in Heiligenhaus (Kreis Mettmann) eröffnet worden. Weitere Standorte in NRW und in Bayern seien bereits im Bau, hieß es von Hochtief. In Europa seien insgesamt 25 Edge-Rechenzentren in Planung. Die Nachfrage ist den Angaben zufolge groß: Etwa zwei Drittel der bestehenden Yexio-Rechenkapazitäten seien bereits verkauft.

«Der Wandel unserer Volkswirtschaften erfordert eine neue Generation von Infrastruktur», sagte Hochtief-Chef Juan Santamaría. «Eine Infrastruktur, die digitale Kompetenz mit Energieeffizienz verbindet und langfristig Mehrwert schafft.» Das Gebäude, in dem sich das Rechenzentrum befindet, wurde den Angaben zufolge in Massivholzbauweise errichtet, wodurch deutlich weniger CO2-Emissionen verursacht worden seien als bei einer Konstruktion aus Stahl und Beton. Die Abwärme des Standorts wird in das Fernwärme-Netz eingespeist, die Wärme wird etwa für eine Klinik und ein Schwimmbad genutzt.