Der David-Stern ist das Symbol jüdischen Glaubens. Foto: Pixabay

Heiligenhaus. Am Donnerstag, 9. November, ab 19 Uhr im Museum Abtsküche findet eine Gedenkveranstaltung zur Reichspogromnacht 1938 statt.

In einer Feierstunde wird der von Schülern erstellten Dokumentarfilm „Heil Heiligenhaus“ gezeigt, der aus Sicht von Augenzeugen, vielfach Mitglieder des lokalen Geschichtsvereins, das Leben in Heiligenhaus während der Nazizeit beschreibt. „Ein beklemmendes und bedrückendes Dokument, immer noch ein wichtiges Mahnmal in der heutigen Zeit“, so Reinhard Schulze Neuhoff, Vorsitzender des Geschichtsvereins Heiligenhaus. Im Anschluss daran gibt es Raum, mit über den Film zu sprechen.

Zum Hintergrund der Gedenkveranstaltung hat Schulze Neuhoff die wichtigsten Ereignisse jener Zeit wie folgt zusammengetragen: Die Novemberpogrome 1938 – bezogen auf die Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 auch Reichskristallnacht oder Kristallnacht genannt – waren vom nationalsozialistischen Regime organisierte und gelenkte Gewaltmaßnahmen gegen Juden im Deutschen Reich. Dabei wurden zwischen dem 7. und 13. November im ganzen Reichsgebiet mehrere hundert Juden ermordet, mindestens 300 nahmen sich das Leben. Etwa 1.400 Synagogen, Betstuben und sonstige Versammlungsräume jüdischer Menschen sowie tausende Geschäfte, Wohnungen und jüdische Friedhöfe wurden gestürmt und zerstört. Ab dem 10. November folgten Deportationen jüdischer Menschen in Konzentrationslager.

Mindestens 30.000 Menschen wurden dabei interniert, Hunderte starben an den Folgen der mörderischen Haftbedingungen oder wurden hingerichtet. Die Pogrome markieren den Übergang von der Diskriminierung der deutschen Juden ab 1933 hin zu ihrer systematischen Vertreibung und Unterdrückung. Inwieweit sie eine Vorstufe zu dem drei Jahre später beginnenden Holocaust, der Vernichtung allen jüdischen Lebens, darstellen, ist in der Geschichtswissenschaft umstritten.