Melanie Meyer lädt zur Enthüllung ein, Bild: Alexander Heinz

Ratingen | Mehr Stadtjubiläum geht kaum: In der Wagenbauhalle an der Wedauer Straße wurde am Samstag der „kleine Lampion“ – so nennen die Die Lampisten e.V. ihren Karnevalswagen liebevoll – im neuen „750 Jahre Ratingen“-Outfit enthüllt. Und schon die Resonanz zeigte, dass der jüngste Karnevalsverein der Stadt in Lintorf längst eine feste Größe ist: über 200 Gäste wollten den Jubiläumswagen sehen.


Enthüllung mit Symbolkraft

Besonders stimmig war, wer die Hüllen fallen ließ: Bürgermeister Patrick Anders stand ebenso mit am Wagen wie Guido Multhaupt für den Vorstand der Ratinger Jonges e.V. und Michael Lumer als Vorsitzender des Verein für Heimatkunde und Heimatpflege Ratingen e.V..

Die Vereinsvorsitzende Melanie Meyer freute sich ausdrücklich darüber, dass der Wagen ausgerechnet von jenen „offiziell gewürdigt“ wurde, die in Ratingen wie kaum andere für Brauchtum und historisches Gedächtnis stehen.

Ein Satz, der hängen bleibt

Für einen starken historischen Bogen sorgte dabei Michael Lumer: Der Heimatverein, dem er heute vorsteht, sei vor genau 101 Jahren gegründet worden – damals mit dem Ziel, die Feierlichkeiten eines Stadtjubiläums zu organisieren und zu tragen. Dass nun beim nächsten großen Jubiläum wieder eine Initiative aus dem Ehrenamt so sichtbar wird, passte an diesem Nachmittag wie ein i-Punkt auf die Narrenkappe.

Ratingens jüngster Karnevalsverein – mit eigenem Profil

Dass die Lampisten dabei so viel Zuspruch bekommen, ist kein Zufall. Der Verein beschreibt sich selbst als „politisch, kreativ und jeck“ – mit dem Anspruch, jedes Jahr phantasievolle Mottowagen zu entwickeln, die mit Augenzwinkern Haltung zeigen und den Straßenkarneval bereichern. Gegründet wurde der Verein im November 2019.
Zum Jubiläumswagen passt auch die schiere Handarbeit dahinter: Für den neuen „kleinen Lampion“ wurden laut Vereinsinfo rund 1.500 ehrenamtliche Stunden investiert – vier Monate Bauzeit, viel Herz und der bekannte „Lampisten-Wahnsinn“, der am Ende genau das möglich macht.

Feuerprobe bestanden: RaKiKa-Zug in Lintorf

Und als wäre die Enthüllung nicht schon Aufregung genug gewesen, folgte direkt am nächsten Tag die Bewährungsprobe: Beim RaKiKa-Kinderkarnevalszug durch Ratingen-Lintorf – dem 50. Zug, rollte der Wagen erstmals im echten Umzug mit und bestand seine Feuerprobe bravourös.

Unterm Strich bleibt: Der „kleine Lampion“ ist mehr als ein Wagen. Er ist ein rollendes Statement – für Jubiläum, Zusammenhalt und dafür, wie lebendig Stadtgeschichte sein kann, wenn Vereine, Brauchtumsträger und Stadtgesellschaft gemeinsam anpacken.

Bei der Enthüllung hilfreich, Michael Lumer, Patrick Anders und Guido Multhaupt, Bild: Alexander Heinz, KI Anonymisiert
Bei der Enthüllung hilfreich, Michael Lumer, Patrick Anders und Guido Multhaupt, Bild: Alexander Heinz, KI Anonymisiert
Kleiner Lampion im RaKiKa Zug am 15.2.26, Bild: Alexander Heinz
Kleiner Lampion im RaKiKa Zug am 15.2.26, Bild: Alexander Heinz