Der S-Bahn-Verkehr wird zeitweise durch Busse ersetzt. Der sogenannte Schienenersatzverkehr funktioniert allerdings selten so gut wie die Bahnverbindung. Symbolfoto: Mathias Kehren

Erkrath. Panikartige Flucht aus überfülltem Bus für den Schienenersatzverkehr? Die SPD Erkrath beklagt unhaltbare Zustände und fordert nun Stadt. und Kreisverwaltung auf, gegenüber der Bahn und dem VRR aktiv zu werden.


Die SPD Erkrath hat sich mit einem Schreiben an den Rat der Stadt, an die Landräten, Bettina Warnecke, und die technische Beigeordnete, Carola Beck, gewandt. Die Fraktion beklagt unhaltbare Zustände in den Bussen für den S8- Schienenersatzverkehr. Diese seine derart überfüllt, dass es schon mindestens eine panikartige Flucht gegeben habe. Kreis- und Stadtverwaltung sollen gegenüber der Bahn und dem VRR aktiv werden, fordert die SPD-Fraktion Erkrath.

Nach Angaben der Deutschen Bahn kommt es bei der Generalsanierung der Bahnstrecke Hagen – Wuppertal – Köln zu mehreren Vollsperrungen im Liniennetz der S8, S68 und S28. So verkehren vom 06.02. bis 20.02., 20.03. bis 03.04. sowie 15.05. bis 12.06.2026 keine S-Bahnen der Linie S8 zwischen Düsseldorf Hbf und Hagen Hbf. Betroffen sind auch S-Bahnen der Linie S68 und S28. Für die betroffenen Linien im Regionalverkehr wurde nach Bahnangaben ein Schienenersatzverkehr mit Bussen eingerichtet.

Das “neue” Sanierungsmodell der Deutsche Bahn AG in Form der Gesamtsanierung reduziere zwar die Ausfallzeiten im S-Bahn-Verkehr, erklärt die SPD-Fraktion es gerate aber dennoch “zur Unzumutbarkeit für die auf verlässliche Verbindungen angewiesenen Fahrgäste, wenn die Ersatzverkehre so unzureichend sind, wie das offenbar aktuell in Erkrath und angrenzend in Düsseldorf und in Haan der Fall ist.”

Die Schienenersatzbusse verkehrten laut Plan zwar im gleichen Takt wie die S-Bahn, jedoch sei die Kapazität der Busse um einiges geringer als die der Züge, schildert die SPD Fraktion den Kern des Problems. In der Folge seinen die Busse “so überfüllt, dass zahlreiche Personen oft gar nicht erst in den Bus einsteigen können.” Und wer auf den nächsten Bus warte stehe wieder vor dem gleichen Problem: der sei regelmäßig genauso voll, wie der vorherige, erklärt die Ratsfraktion.

“Am Samstag musste eine Person aus Gerresheim kommend in Erkrath aussteigen, obwohl sie eigentlich bis Millrath fahren wollte, weil es in dem vollkommen überfüllten Bus nicht auszuhalten war und der Passagier eine Panikattacke bekommen hat”, schildert die Fraktionsspitze einen besonders drastischen Fall.

Die Forderung lautet nun, einen adäquater Ersatzverkehr einzurichten. Damit das schnell erfolgen kann, fordert die Fraktion nun Gespräche mit der Bahn. “Wir gehen davon, dass Sie – in der Stadtverwaltung wie in der Kreisverwaltung – alle Ihre Informationskanäle gegenüber der Bahn und dem VRR entsprechend nutzen, um zu einer Verbesserung zu gelangen”, richtet die SPD-Ratsfraktion Erkrath, Detlef Ehlert, Toni Nezi und Jan Pfeifer, einen Appell an den Rat der Stadt und insbesondere an die Adressatinnen des Schreibens, Bettina Warnecke und Carola Beck.