Mann mit Brille im Büro lächelt.
Karl Tymister, Chef der Agentur für Arbeit Mettmann. Foto: Agentur für Arbeit Mettmann

Kreis Mettmann. Die schwache Konjunktur hat den Arbeitsmarkt erreicht. Trotzdem entwickelte er sich weitgehend stabil und trotzte den Krisen. Die Beschäftigung
blieb konstant auf hohem Niveau und es besteht ein dringender Bedarf an
Fachkräften.

Die verfügbaren qualifizierten Arbeitskräfte reichen nicht aus, um diesen Bedarf zu decken. In 28 Berufsgruppen zeigen sich bereits Engpässe. Die große Herausforderung für Unternehmen besteht darin, ihre Fachkräfte zu binden und neue Talente zu gewinnen. Im Kreis Mettmann haben sechs von zehn Arbeitslosen keine abgeschlossene Berufsausbildung.

Derzeit bieten sich vielfältige Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt für diejenigen, die einen Berufsabschluss nachholen oder ihre berufliche Qualifikation erweitern. Über 2.100 Weiterbildungen konnten wir in diesem Jahr finanziell unterstützen. Der erste Schritt zum Start in eine berufliche Weiterbildung wird bald noch einfacher. Am 1. Januar startet „mein NOW“, das nationale Onlineportal für berufliche Weiterbildung. Hier werden Weiterbildungsangebote, Beratungs- und Fördermöglichkeiten sowie Test zur beruflichen Orientierung zentral gebündelt. Das ist eine tolle Ergänzung zu unserem persönlichen Beratungsangebot“, so Karl Tymister, Chef der Agentur für Arbeit Mettmann.

Beratung, Qualifizierung und Vermittlung in den Arbeitsmarkt können gelingen, wenn der Lebensunterhalt am Existenzminimum gesichert ist. Das Bürgergeld schafft dafür eine Basis. So können Kundinnen und Kunden im Jobcenter ME-aktiv mit einem freien Kopf in die berufliche Zukunft starten, indem sie beispielsweise den fehlenden Abschluss nachholen oder eine Weiterbildung absolvieren.

„Die Zusammenarbeit auf Augenhöhe und das gemeinsame Schaffen von neuen beruflichen Perspektiven ist im Jahr 2023 gut gelungen. Die Bürgergeldbeziehenden sind motiviert, sich zu entwickeln und ihre persönliche Situation zu verbessern. Viele Kundinnen und Kunden haben schwierige Rahmenbedingungen, die wir gemeinsam bearbeiten, um neue berufliche und persönliche Perspektiven zu eröffnen. Ich freue mich sehr, dass wir auch in diesem Jahr trotz erhöhter Herausforderungen und den Auswirkungen des Angriffskrieges auf die Ukraine mit Stand Oktober 2023 mehr als 4.500 Jobcenter-Kundinnen und Kunden aus dem Kreis Mettmann in den ersten Arbeitsmarkt integrieren konnten. Wir haben außerdem die beruflichen Perspektiven für Frauen stärker in den Fokus genommen und konnten diese deutlich besser unterstützten“, so Nathalie Schöndorf, Geschäftsführerin des Jobcenters.

Das Jobcenter betreut derzeit ca. 6.800 Bürger mit Fluchthintergrund, die sich im erwerbsfähigen Alter befinden. Hinzu kommen zusätzlich rund 3.400 Kinder (unter 15 Jahren), die ebenfalls auf Unterstützungsleistungen angewiesen sind. Der Spracherwerb ist die Basis für eine erfolgreiche Integration in das soziale Leben und den heimischen Arbeitsmarkt. Damit dies gut gelingen kann unterstützt das Jobcenter mit zielgerichteter Beratung und intensive Betreuung die Geflüchteten auf ihrem Weg in einen beruflichen Alltag.

„Für die Bürger mit Fluchthintergrund und speziell für die vom Ukrainekrieg betroffenen Kundinnen und Kunden ist es wichtig, dass wir mit ihnen eine Perspektive erarbeiten, die es ermöglicht, zu bleiben, aber auch nach Beendigung des Krieges Wissen mitzunehmen, um den Wiederaufbau zu gestalten“, so Nathalie Schöndorf.