Teilnehmer am Fachtag des Beirats Kinder- und Jugendgesundheit des Kreises. Foto: Kreis Mettmann

Kreis Mettmann. Dem Thema Kinderschutz widmeten sich knapp 150 Teilnehmer beim Fachtag des Beirats Kinder- und Jugendgesundheit des Kreises Mettmann.

Nach den Fachtagen in den Jahren 2017 und 2018 sowie dem Online-Fachtag im vergangenen Jahr fand die Veranstaltung nun wieder in Präsenz statt. Dr. Andrea Eulgem, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Kompetenzzentrum Kinderschutz im Gesundheitswesen NRW am Institut für Rechtsmedizin der Universitätsklinik Köln, machte in ihrem Vortrag „Kinderschutz inklusive – Kinderschutz bei Kindern und Jugendlichen mit chronischen Erkrankungen“ deutlich, dass Kinder mit Einschränkungen nochmals deutlich häufiger von Vernachlässigung, Misshandlung und sexualisierter Gewalt bedroht sind als andere Kinder. Hier spielt eine große Rolle, dass sich Kinder mit Beeinträchtigungen häufig nicht adäquat wehren beziehungsweise artikulieren können oder nicht in der Lage sind, Situationen richtig einzuschätzen. Auch können Behinderungen Folge von Vernachlässigung und Gewalt sein.

In den beiden folgenden Vorträgen wurde das Schutzkonzept an einer Förderschule vorgestellt. Dabei wurde aufgezeigt, wie sich das Spannungsfeld von Eingliederungshilfe, Jugendhilfe und Kinderschutz in Wohngruppen auswirkt. Im zweiten Teil stellten alle Koordinatoren des Netzwerks Kinderschutz der zehn kreisangehörigen Städte ihre Arbeit vor. Im Anschluss tauschten sich die Teilnehmer in Gesprächen aus, sodass der Fachtag einen guten Anstoß gab, bestehende Kontakte zu stärken oder neue zu knüpfen.