Mit dem "Kettentrick" machen Kriminellen im Kreis Mettmann seit Wochen wertvolle Beute. Bild: Polizei/KI unterstützt
Mit dem "Kettentrick" machen Kriminellen im Kreis Mettmann seit Wochen wertvolle Beute. Bild: Polizei/KI unterstützt

Mettmann. Am Dienstag, 20. Oktober, haben drei Unbekannte einer 50-jährigen Frau in Mettmann die Halskette geraubt. Die Polizei ermittelt und bittet um Hinweise.


Die 50-jährige Mettmannerin war gegen 14 Uhr an der Ekkehardstraße spazieren als in Höhe der Hausnummer 16 ein dunkelbraunes Auto neben ihr anhielt. Neben dem Fahrer und einer Beifahrerin befand sich eine weitere Frau auf dem Rücksitz des Wagens, gab die Betroffene gegenüber der Polizei an. Die Frau vom Rücksitz soll sie angesprochen haben, sodass sich die Mettmannerin dem Auto näherte. Die Frau im Autos soll ihr dann plötzlich die Goldkette vom Hals gerissen haben. Anschließend flüchtete das Trio in unbekannte Richtung.

Die Mettmannerin informierte die Polizei, die jedoch keine Verdächtigen mehr antreffen konnte. Verletzt wurde die 50-Jährige nicht. „Sie stand jedoch sichtlich unter den Eindrücken des Geschehens, sodass sie nur eine sehr vage Täterbeschreibung abgeben konnte“, heißt es von der Polizei. Demnach soll die Täterin etwa 40 bis 50 Jahre alt gewesen sein und braune Haare gehabt haben. Zu dem Auto gibt es keine genau Beschreibung.

Die Kriminalpolizei ermittelt und bittet um Hinweise: „Wer kann Angaben zu dem Trio oder dem Fluchtfahrzeug machen?“ Die Wache in Mettmann ist jederzeit unter der Nummer 02104 982-6250 erreichbar und nimmt entsprechende Hinweise entgegen.

Die Polizei warnt: Bei dem aktuellen Fall handelt es sich um eine leicht abgewandelte Form des so genannten „Kettentricks“, der zuletzt im Kreis Mettmann häufiger zur Anzeige gebracht wurde.

So läuft der Kettentrick ab:

Die Kriminellen sprechen meistens Menschen an, die sichtbar wertvollen Schmuck tragen.

Die Taten finden in der Regel auf Straßen, Wegen, Plätzen oder in Cafés statt. Unter einem Vorwand nehmen die Kriminellen hier Kontakt zu ihren Opfern auf. Ein häufiger Vorwand ist die Bitte um eine Auskunft, beispielsweise eine Wegbeschreibung. Häufig geschieht die Ansprache auch aus einem langsam fahrenden Auto heraus.

Die Kriminellen täuschen eine überschwängliche Dankbarkeit für die gegebene Auskunft vor und machen den Opfern ein Geschenk in Form von billigem Modeschmuck. Durch die Überschwänglichkeit in Sprache und Gestik soll das Opfer überrumpelt und abgelenkt werden.

Während die Kriminellen den Modeschmuck anlegen, öffnen sie zeitgleich den Verschluss des echten Schmuckstücks und entwenden es unbemerkt. Oft bemerken die Betroffenen den Diebstahl erst später.

Die Polizei rät: „Seien Sie skeptisch, wenn Fremde sich Ihnen auf der Straße nähern. Stehen Sie, zur Not auch energisch, für Ihren persönlichen Raum ein. Sprechen Sie gezielt andere Personen an oder rufen Sie um Hilfe. Alarmieren Sie nach einem (versuchten) Diebstahl die Polizei über den Notruf 110 und geben Sie relevante Details (Aussehen, Fluchtrichtung) weiter, um der Polizei die Möglichkeit einer schnellen Fahndung zu ermöglichen.“