Spezial-Ermittler der "Zeos" erheben Anklage gegen mutmaßliche Großdealer. (Archivbild)
Spezial-Ermittler der "Zeos" erheben Anklage gegen mutmaßliche Großdealer. (Archivbild) Foto: David Young/dpa

Düsseldorf (dpa/lnw) – Eine Bande von Drogen-Großhändlern soll mit Kokain und Marihuana im Tonnenbereich gehandelt und dabei mehr als elf Millionen Euro eingenommen haben. Die Zentralstelle für Organisierte Straftaten in NRW erhob nun Anklage gegen sechs Beschuldigte im Alter zwischen 26 und 58 Jahren, wie die Staatsanwaltschaft Düsseldorf mitteilte.


Zwei Männer im Alter von 26 und 29 Jahren gelten den Angaben zufolge als mutmaßliche Rädelsführer einer kriminellen Vereinigung, die spätestens Mitte 2022 gegründet worden sein soll.

Den Ermittlern zufolge soll die Gruppe bis März 2025 an 62 Drogengeschäften beteiligt gewesen sein. Dabei gehe es um insgesamt etwa eine Tonne Kokain, vier Tonnen Marihuana, rund 20 Liter Amphetamin-Öl sowie 5.000 Oxycodon- und 1.000 Ecstasy-Tabletten.

Oxycodon ist ein synthetisches Opiat, das in den USA zeitweise als Medikament zugelassen war und als Auslöser der dortigen schweren Drogenkrise gilt.

Geheimes Logistik-Netzwerk

Die Beschuldigten hätten ein Netzwerk mit Logistikern, Fahrern und Geldwäschern gesteuert. So seien die Drogen nach Deutschland gebracht und bundesweit verkauft worden. Zur Kommunikation sollen sie verschlüsselte Messengerdienste genutzt haben.

Auf die Schliche sei man den Verdächtigen durch Hinweise aus anderen Ermittlungsverfahren gekommen. Drei weiteren Beschuldigten wird laut Staatsanwaltschaft bandenmäßiger Drogenhandel in mehreren Fällen vorgeworfen, ein weiterer soll Beihilfe geleistet haben.

Fünf der sechs Beschuldigten sitzen in Untersuchungshaft, ein Haftbefehl wurde unter Auflagen außer Vollzug gesetzt. Die mutmaßlichen Einnahmen in Höhe von rund 11,3 Millionen Euro sollen eingezogen werden.

Durchsuchung vor wenigen Tagen

Die Ermittlungen hatten 2024 begonnen und führten im März 2025 zu internationalen Durchsuchungen und Festnahmen. Das Landgericht Düsseldorf muss nun über die Eröffnung des Hauptverfahrens entscheiden.

Die Gruppierung bestehe überwiegend aus deutschen Verdächtigen. Weitere Ermittlungen dauern an. Insgesamt gebe es 39 namentlich Beschuldigte. Erst vor wenigen Tagen habe gegen einen weiteren Verdächtigen eine Durchsuchung im spanischen Marbella und im Oberbergischen Kreis (NRW) stattgefunden.