Fürths Torjäger Noel Futkeu (l) tat sich im Hinspiel schwer.
Fürths Torjäger Noel Futkeu (l) tat sich im Hinspiel schwer. Foto: Federico Gambarini/dpa

Fürth (dpa) – Es war ein Statement von Heiko Vogel vor dem Alles-oder-nichts-Duell seiner SpVgg Greuther Fürth in der Relegation. «Sie kann diese Spiele mit Druck», versicherte der Trainer der Franken vor dem Rückspiel am Dienstag (20.30 Uhr/Sky und Sat.1) im eigenen mit mehr als 16.000 Fans ausverkauften Stadion gegen Rot-Weiss Essen.


Nach dem 0:1 (0:0) am Freitagabend beim Drittligisten müssen die Fürther liefern, sonst stürzen sie aus der 2. Bundesliga ab. Vergleichbar war die Belastung für Vogels Mannschaft aber auch am 34. Spieltag gegen Fortuna Düsseldorf. Erst durch ein 3:0 retteten sich die Fürther vom vorletzten auf den 16. Platz und damit in die Relegation. «Wir kennen diese Spiele. Wir müssen wieder All-in gehen», betonte Vogel.

Ewiger Tabellenführer der 2. Bundesliga

Sorgen um das Nervenkostüm seiner Mannschaft macht sich der im Dezember vergangenen Jahres zum Kleeblatt-Verein gestoßene Coach also nicht. «Wenn man eine gewisse Nervosität und Anspannung bis morgen nicht aufgebaut hat, dann ist man völlig fehl am Platz», sagte Vogel. «Anspannung ist ein Mittel, um extrem wachsam zu sein. Es gilt, nicht zu viel zu früh angespannt zu sein, aber wenn es Richtung Spiel geht, ist eine Anspannung Grundvoraussetzung.»

Davon wird es im Verein genug geben. Schließlich hängen an der jeweiligen Ligazugehörigkeit auch genügend Arbeitsplätze. Seit der Saison 1997/98 spielen die Fürther mindestens in der 2. Bundesliga. Sie führen mit deutlichem Vorsprung auch die ewige Tabelle der 2. Bundesliga an. Die 2. Bundesliga ohne Fürth? Eigentlich undenkbar.

Die Bilanz spricht für den Drittligisten

Mit «unglaublich viel Freude» blicke er auf den Anstoß des Rückspiels, sagte Vogel. Aus seinem Umfeld habe er «viel Zuspruch und viel Vorfreude» mitgenommen. Auch wenn die Statistik für Essen spricht, denn von 17 Relegationen entschieden die zuvor unterklassigen Vereine zwölf für sich, steht für Fürth fest: Sie wollen bleiben!

Ein entscheidender Faktor dürfte Noel Futkeu werden. Der Angreifer wurde mit 19 Treffern Zweitligatorschützenkönig und möchte sich vor seiner Rückkehr zu Eintracht Frankfurt gerne als Held verabschieden. Im Hinspiel, das Fürth bis auf das Gegentor nach einem traumhaften Freistoß von Torben Müsel im Griff hatte, tat sich Futkeu aber schwer.

Schlussakt für Futkeu und Hrgota

«Das Ziel, Noel Futkeu aus dem Spiel zu nehmen, war noch größer als der Wille, ein Tor zu schießen», meinte Vogel. Der Angreifer musste auch vor dem Hintergrund einiger Provokationen außerdem aufpassen, nicht seine fünfte Gelbe Karte zu kassieren und damit für den Showdown gesperrt zu sein. «Er freut sich auf das Rückspiel, weil er befreit aufspielen kann.»

Essen will Futkeu aber wieder neutralisieren. «Der Spieler hat sich enorm entwickelt, er wird bis zur letzten Sekunde alles für Fürth geben wollen. Seine enorme Verantwortung könnte aber auch eine Last für ihn sein», sagte Essens Coach Uwe Koschinat über Futkeu.

«Wir werden das Ding zu Hause ziehen»

Der Torjäger selbst ist von einem erfolgreichen Schlussakt seiner zwei Jahre in Fürth überzeugt. «Wir spielen zu Hause. Wir haben oft gezeigt, dass wir da gute Spiele abliefern können», sagte der gebürtige Essener. «Wir werden das Ding zu Hause ziehen.»

Einen K.o. kann sich auch Branimir Hrgota nicht vorstellen. Der Fürther Rekordtorschütze verlässt nach sieben Jahren die Franken und will als freudestrahlender Kapitän in Erinnerung bleiben. «Wir haben noch ein Spiel. Es ist noch lange nicht vorbei», sagte Hrgota.