
Münster (dpa/lnw) – Im Prozess um zwei Vergewaltigungen im Zusammenhang mit einer Machete hat der Angeklagte die Vorwürfe vor dem Landgericht Münster als frei erfunden bezeichnet. Näheres wollte er am ersten Verhandlungstag am Donnerstag dazu nicht sagen.
Der 35-jährige Münsteraner soll laut der Anklage im vergangenen Sommer mit einer 40 Zentimeter langen Machete und zwei Messern am Gürtel in einen Massagesalon in Münster gekommen sein. Dort habe er der Betreiberin des Ladens mit dem Tode gedroht, sie gewürgt und auf ihrer Massagebank vergewaltigt. Später habe er ihr laut Anklageschrift erklärt, er werde jetzt einmal pro Woche kommen, sie sei jetzt seine Freundin.
Treffen mit Prostituierten
Bei einer weiteren Tat im September 2025 soll der in Polen geborene Mann einen Termin mit einer Prostituierten in Münster vereinbart haben. Auch sie soll er mit einer Machete und einem Pistolen-ähnlichen Gegenstand bedroht und mit Schlägen auf den Kopf zum Geschlechtsverkehr gezwungen haben. Später soll er die Frau, so die Staatsanwältin bei der Anklageverlesung, mit Klebeband an der Heizung festgebunden und sie in ihrer Wohnung eingeschlossen haben. Außerdem habe er ihr Geld gestohlen.
Der Mann mit polnischer Staatsbürgerschaft soll auch zwei weitere Personen angegriffen und mit Schlägen und Tritten verletzt haben. Der Richter erklärte, dass ihm möglicherweise eine Sicherungsverwahrung drohe. Auch bei seiner Festnahme im Oktober soll er eine Machete und eine Schreckschusspistole bei sich gehabt haben.
Gewaltvideos gefunden
Bei einer späteren Wohnungsdurchsuchung hatten die Ermittler auf dem Laptop des Angeklagten zwei Videos gefunden, auf denen Enthauptungen durch Soldaten des islamischen Staats zu sehen waren. Der Angeklagte erklärte heute, er sei vor sieben Jahren zum Islam konvertiert, bete regelmäßig und habe früher eine inzwischen geschlossene Moschee in Münster besucht. Mit dem IS habe er aber nichts zu tun. Die Gewaltvideos habe er später, versehen mit eigenen Kommentaren, ins Netz stellen wollen. Ein Anhänger des IS könne er auch deshalb nicht sein, weil er Rapper sei. Der IS aber lehne Musik ab.
Ob sich der Angeklagte noch zu den Vorwürfen äußern wird, ließ sein Anwalt heute offen. Bei den kommenden Terminen sollen die zwei vergewaltigten Frauen als Zeuginnen vernommen werden.
