Düsseldorf (dpa) – Nach dem Mordanschlag auf den Neffen eines berüchtigten Drogenbosses in Düsseldorf hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen drei Verdächtige erhoben. Zwei von ihnen wird versuchter Mord vorgeworfen, einem dritten Beschuldigten Beihilfe dazu, sagte Staatsanwalt Murat Ayilmaz auf Anfrage. Zuvor hatte die «Rheinische Post» berichtet. Das Landgericht Düsseldorf muss nun über die Zulassung der Anklage zum Prozess entscheiden.
Am 30. Dezember 2025 sollen ein Syrer und ein Türke in Düsseldorf nachmittags auf einer Hauptverkehrsstraße zehn Schüsse auf einen Taxi-Fahrgast abgefeuert haben. Das 40-jährige Opfer war von sieben Kugeln getroffen worden, überlebte aber dank einer Notoperation. Der 39-jährige Syrer war im niedersächsischen Hameln von Spezialkräften festgenommen worden. Er sitzt wegen versuchten Mordes in Untersuchungshaft.
Ein weiterer Verdächtiger (22) und mutmaßlicher Schütze war im März in Gelsenkirchen festgenommen worden. In seiner Wohnung waren ein Sturmgewehr und eine weitere Schusswaffe sichergestellt worden.
Opfer nahm an Kundgebung teil
Das Opfer hatte vor der Tat an einer Kundgebung vor dem niederländischen Konsulat in Düsseldorf teilgenommen, bei der die Freilassung seines Onkels gefordert worden war. Der bekannte Drogenboss, der in den Niederlanden seit vielen Jahren im Gefängnis sitzt, wird auch als «Pablo Escobar Europas» bezeichnet.
Sein Neffe soll nach der Kundgebung in einem Taxi auf dem Rückweg zum Hauptbahnhof gewesen sein, als vor ihm zwei Männer aus einem Wagen sprangen und auf ihn geschossen wurde. Ob es sich bei den Verdächtigen um Auftragskiller handeln könnte, oder um Mitglieder einer konkurrierenden Drogenbande, dazu schweigen die Ermittler. Nach einem vierten Verdächtigen wird noch gefahndet.

