Nach dem spektakulären Bankeinbruch in Gelsenkirchen hat sich aus Dutzenden eingegangen Hinweisen noch keine heiße Spur auf die Täter ergeben. (Archivfoto)
Nach dem spektakulären Bankeinbruch in Gelsenkirchen hat sich aus Dutzenden eingegangen Hinweisen noch keine heiße Spur auf die Täter ergeben. (Archivfoto) Foto: Christoph Reichwein/dpa

Gelsenkirchen (dpa) – Nach dem spektakulären Bankeinbruch in Gelsenkirchen hat sich aus Dutzenden Hinweisen noch keine heiße Spur auf die Täter ergeben. Natürlich gebe es Dinge, die man aus ermittlungstaktischen Gründen zurzeit noch nicht bekanntgeben könne, erklärte ein Polizeisprecher. «Aber eine richtig heiße Spur ist nicht dabei.» Das bedauere er. 


Die Polizei sei weiterhin sehr dankbar für Hinweise zu dem Fall, sagte der Sprecher. «All das nehmen wir natürlich gerne an und versuchen es zu berücksichtigen.»

Die Sparkassenfiliale im Gelsenkirchener Stadtteil Buer soll unterdessen auch am Freitag geschlossen bleiben. Das teilte ein Sprecher der Bank am Neujahrstag auf Anfrage mit. Für Kunden steht demnach weiterhin eine Hotline zur Verfügung.

Einbruch mit Spezialbohrer

Bei dem großangelegten Millionen-Coup hatten Täter fast alle 3.250 Kunden-Schließfächer der Sparkasse aufgebrochen. Einsatzkräfte entdeckten den Einbruch am frühen Montagmorgen nach einem Alarm der Brandmeldeanlage. Die Täter waren nach ersten Erkenntnissen durch mehrere Türen über das Parkhaus in einen Archivraum eingebrochen, von dem sie sich mit einem Spezialbohrer in den Tresorraum der Bank vorarbeiteten.

Die Polizei überprüft unter anderem Videosequenzen aus einem angrenzenden Parkhaus mit maskierten Personen und zwei Fahrzeugen. Überwachungskameras erfassten demnach nicht nur einen hochmotorisierten schwarzen Wagen, sondern auch einen weißen Kleintransporter, den die Täter genutzt haben könnten. Auf Aufnahmen, über die die «WAZ» und die «Bild»-Zeitung berichten, ist unter anderem zu erkennen, wie ein Maskierter eine Parkhausschranke hochdrückt. Ein anderer Maskierter steht vor einem Parkscheinautomaten. Nach Angaben der Ermittler verbreiteten sich die Sequenzen auch über eine Whatsapp-Gruppe, in der sich Betroffene zusammengeschlossen haben.

Weitere Hinweise kamen von Zeugen: Sie hatten in der Nacht von Samstag auf Sonntag mehrere Männer mit großen Taschen im Treppenhaus des Parkhauses beobachtet. Das Kennzeichen des schwarzen Wagens war nach Erkenntnissen der Polizei gefälscht worden. 

Die Beute wurde zunächst grob mit der Versicherungssumme in Höhe von rund 30 Millionen Euro angegeben, könnte aber auch deutlich darüber liegen. «Wir gehen von einem mittleren zweistelligen Millionenbetrag aus», hatte der Polizeisprecher am Dienstag erklärt. Damit wäre es einer der größten Coups in der bundesdeutschen Kriminalgeschichte.

Was geschah in Bonn?

Völlig unabhängig davon beschäftigt Ermittler aktuell noch ein weiterer Vorfall in einer Sparkasse – diesmal in Bonn. Aus dem Schließfachbereich einer dortigen Filiale verschwanden nach dpa-Informationen erhebliche Mengen Gold. Ein Mitarbeiter steht im Verdacht, sich Zugang zu zwei Schließfächern verschafft und den wertvollen Inhalt gestohlen zu haben. 

Die Bonner Polizei bestätigte ein Ermittlungsverfahren, das bereits seit einiger Zeit laufe. Ermittler und Bank machten zunächst aber keine Angaben, wie genau der unter Verdacht stehende Mitarbeiter möglicherweise an den Inhalt der Schließfächer gelangen konnte. Auch zum Wert der Beute und dem Stand der Ermittlungen nannten Behörden und Bank keine weiteren Details. «Seit dem Bekanntwerden am 17. Dezember 2025 laufen interne und polizeiliche Ermittlungen», erklärte die betroffene Sparkasse Köln/Bonn. Der «General-Anzeiger» hatte berichtet.

Neue Informationen zu dem Bonner Fall stellte die Polizei für den Freitag in Aussicht.