Dortmunds Fábio Silva hatte bei Bodö/Glimt einen schweren Stand.
Dortmunds Fábio Silva hatte bei Bodö/Glimt einen schweren Stand. Foto: Mats Torbergsen/NTB/dpa

Bodö (dpa) – Auch Borussia Dortmund ist beim Favoritenschreck FK Bodö/Glimt gestrauchelt und hat in der Champions League im Norden Norwegens wertvolle Punkte liegengelassen. Beim 0:1 (0:0) wachte das Team von Trainer Niko Kovac zu spät auf und kassierte die erste Saisonniederlage überhaupt in einem Pflichtspiel. «Das war deutlich zu wenig. Heute hat in vielen Bereichen die Intensität gefehlt», sagte Nationalverteidiger Waldemar Anton bei DAZN. 


BVB-Coach Kovac, der am Tag zuvor seinen Vertrag bis 2029 verlängert hatte, dürfte auch seine Personalentscheidungen im Nachhinein bereut haben. Die personellen Korrekturen kamen nach Fredrik Sjövolds Siegtreffer (52. Minute) zu spät. Nach dem 3:2 zum Auftakt der Champions-League-Ligaphase gegen den FC Villarreal blieb der Fußball-Bundesligist damit diesmal punktlos. 

80 Kilometer nördlich des Polarkreises blieben den Westfalen befürchtete extreme Wetterbedingungen erspart. Temperaturen um die neun Grad, kein Regen und kein eisiger Wind wie noch am Tag zuvor stellten keine große Herausforderung dar. Wohl aber der Kunstrasenplatz. «Ich glaube schon, dass kleinere Spieler darauf besser zurechtkommen», sagte Kovac bei DAZN.

Fünffach-Rotation beim BVB

Deshalb rotierten unter anderem Fábio Silva für Serhou Guirassy und Samuele Inacio für Nathan Nwaneri in die Startelf. Inacio spielte damit erstmals seit seiner Roten Karte am ersten Bundesliga-Spieltag gegen den Hamburger SV vor sechseinhalb Wochen wieder von Beginn an.

«Für müssen den Ball flach halten», forderte Kovac. Doch das bessere Kurzpassspiel zeigte zunächst der norwegische Vizemeister, der in der Vorsaison bereits gegen Manchester City, Inter Mailand und Sporting Lissabon daheim gewonnen hatte. Bis zur Pause hatte Bodö zwei Großchancen.

Sondre Brunstad Fet schlenzte nach 20 Minuten den Ball an Dortmunds Keeper Gregor Kobel, aber auch ganz knapp am langen Pfosten vorbei. Knapp zehn Minuten später verpasste Ole Didrik Blomberg eine Hereingabe von Jens Petter Hauge nur denkbar knapp. Die Dortmunder verloren auf dem schnelleren Geläuf den Ball meist deutlich schneller und hatten einige Abstimmungsprobleme. «Wir haben einfach in der ersten Halbzeit nicht gut gespielt. Mit Ball und ohne den Ball», sagte Anton. 

Dortmund vollkommen harmlos in der ersten Hälfte

Insgesamt fünf personelle Wechsel hatte Kovac im Vergleich zum 2:2 in der Bundesliga am vergangenen Freitag gegen Werder Bremen vorgenommen. «Wir haben die Reisestrapazen und müssen darauf Rücksicht nehmen. Darum haben wir heute gewechselt», sagte der Dortmunder Trainer, der deshalb schon Nationalverteidiger Nico Schlotterbeck in Dortmund gelassen hatte, um den 26-Jährigen nach dessen Sprunggelenksverletzungen zuletzt zu schonen. 

Für die Dortmunder stehen binnen sechs Tagen mit dem nächsten Auswärtsabenteuer in der kommenden Woche bei Sabah FK in Aserbaidschan Flugreisen über rund 11.300 Kilometer an. Möglicherweise bereute Kovac den Verzicht auf Schlotterbeck kurz nach der Pause, denn bei der überfälligen Führung der Norweger durch Sjövold passte die Abstimmung in der Abwehr zwischen Ramy Bensebaini und Anton überhaupt nicht. 

Erst Wechsel bringen BVB in Schwung

Kurz darauf reagierte Kovac und wechselte gleich viermal. Für die enttäuschenden Silva, Inacio, Konstantinos Karetsas und Joey Veerman kamen Guirassy, Nwaneri, Julian Ryerson und Felix Nmecha. Und sogleich kam der BVB auch zu seinen ersten nennenswerten Offensivaktionen. Nmecha und Guirassy verpassten in den ersten zehn Minuten nach ihrer Einwechslung noch jeweils knapp den Ausgleich. Dortmund drückte nun und die Hausherren kamen nun kaum noch aus der Abwehr heraus. Doch auch die Brechstange half nicht mehr. «Da müssen wir eiskalt vor dem Tor sein, vor allem auswärts in der Champions League», haderte Anton auch damit.