Die katholische Kirche beklagt zunehmenden Vandalismus in Gotteshäusern - die Polizei bekommt nur wenige Tatverdächtige im Deliktbereich «Christenfeindlichkeit» zu fassen. (Symbolbild)
Die katholische Kirche beklagt zunehmenden Vandalismus in Gotteshäusern - die Polizei bekommt nur wenige Tatverdächtige im Deliktbereich «Christenfeindlichkeit» zu fassen. (Symbolbild) Foto: Roberto Pfeil/dpa

Düsseldorf (dpa/lnw) – Zielgerichtete Gewalt gegen Christen gibt es nicht nur in fernen Ländern, sondern auch in Nordrhein-Westfalen: Zwischen 2017 und 2025 verzeichnete der Kriminalpolizeiliche Meldedienst hier insgesamt 279 «Straftaten mit christenfeindlichem Hintergrund». Das geht aus einer Antwort des NRW-Innenministeriums auf eine Anfrage aus der AfD-Landtagsfraktion hervor.


Die Zahlen zeigen der Auflistung zufolge keinen klaren Trend, sondern bilden zwischen 2017 mit 32 erfassten Straftaten und 2025 mit 45 entsprechenden Fällen eher einen Zickzack-Verlauf ab – wobei die Daten für 2025 noch vorläufig sind. Im gesamten Zeitraum seien 82 Tatverdächtige ermittelt und sechs festgenommen worden, teilte das Ministerium in Düsseldorf mit.

Von den 82 Fällen mit ermittelten Tatverdächtigen seien die meisten auf religiöse Ideologe (41) zurückzuführen, gefolgt von ausländischer Ideologie (18), rechts motivierter (14) und links motivierter (4) Kriminalität und sonstigen Zuordnungen (5). Die weitaus meisten Tatverdächtigen (47) hatten die deutsche Staatsangehörigkeit.

Exkremente in Weihwasserbecken, enthauptete Heiligenstatuen

Die katholische Kirche hatte im vergangenen Jahr einen «zunehmend tabulosen» Vandalismus in Gotteshäusern beklagt. Als Beispiele genannt wurden: «Exkremente in Weihwasserbecken und Beichtstühlen, enthauptete Christus- und Heiligenstatuen, Zigarettenstummel und anderer Unrat vor Andachtsbildern, beschädigte Gebet- und Gesangbücher, umgestoßene Kirchenbänke, Altarbilder und ganze Altäre vernichtet durch Brandstiftung». Hier gehe es nicht um Diebstahl, sondern um ganz gezielte Angriffe auf die christlichen Kirchen, hatte der Sprecher der Deutschen Bischofskonferenz gesagt.

Die statistische Erfassung politisch motivierter Kriminalität beinhaltet sowohl Straftaten gegen eine Person oder Personengruppe als auch gegen eine Institution oder ein Objekt. Das Themenfeld «Christenfeindlichkeit» wird seit 2017 abgebildet.