
Inden (dpa/lnw) – Er ist 36 Meter hoch, besteht aus einem Stahlgerüst und steht unübersehbar am Braunkohletagebau Inden: Der Aussichtsturm Indemann und das dazu gehörende Freizeitgelände werden in den nächsten Jahren erweitert. Der Koloss mit seinen Aussichtsplattformen ermöglicht einen kilometerweiten Blick in die Landschaft, auf Bagger und Kraftwerke. Besucher können den Aufzug oder 216 Treppenstufen nehmen.
Nach Angaben der Gemeinde Inden kamen 2024 etwa 220.000 Menschen auf das Gelände in der Nähe des Kraftwerks Weisweiler. Darunter seien viele Familien, aber auch technikinteressierte Menschen, welche die gigantischen Ausmaße eines Braunkohlebaggers auf sich wirken lassen. «Und dann fasziniert der außergewöhnliche Ausblick in den Tagebau», sagt Yvonne Doderer, Mitarbeiterin der Gemeinde.
Auch der Strukturwandel, die Veränderung in der Region weg von der Braunkohle, interessiere viele. Außerdem nutzen Familien Freizeitangebote wie Fußballgolf. Viele Besucher fahren an der nahen Autobahn 4 ab. In dem 2009 errichteten Koloss, der an eine Roboter-Figur erinnert, sind 280 Tonnen Stahl verbaut.
Hochzeitszimmer im Aussichtsturm
Auch mit Blick auf künftige Nutzungen wird das Gelände erweitert. Im Oktober beginnt der Bau eines Besucherzentrums. In den nach unten hängenden Arm des Indemann wird ein verglaster Raum für Hochzeiten eingebaut, in dem Paare ohne Höhenangst sich das Ja-Wort geben können. Bereits jetzt wird dort getraut, allerdings ohne Wetterschutz.
Die Erweiterung des von der Gemeinde Inden betriebenen Freizeitgeländes, das einen großen Parkplatz hat, kostet gut fünf Millionen Euro. Das bezahlen der Bund und das Land Nordrhein-Westfalen aus dem Fördertopf für die Umwandlung des Rheinischen Reviers.
Der Riese am Tagebau weist in die Zukunft. Denn am Tagebau Inden, dem kleinsten der drei Förderlöcher, wird die Kohleförderung zuerst, nämlich schon im April 2029, enden. Im Jahr darauf soll die Befüllung mit Wasser aus der Rur beginnen. 2035 soll der entstehende See zu einem Viertel gefüllt sein. Aus der luftigen Höhe des Aussichtsturms können Besucher zusehen.