Heimspiel für die Toten Hosen in Düsseldorf
Heimspiel für die Toten Hosen in Düsseldorf Foto: Henning Kaiser/dpa

Düsseldorf (dpa/lnw) – Die Rituale haben sich über nunmehr 44 Jahre eingespielt: Erst kommt «Blitzkrieg Bop» von den Ramones, dann «You’ll never walk alone» – und dann geht es los. Die Toten Hosen haben bei ihrer Abschiedstournee in ihrer Heimatstadt Düsseldorf das erste von zwei ausverkauften Open-Air-Konzerten gegeben. 


«Das wird ein heißer Abend», verspricht Sänger Campino. «Es gibt keinen Ort auf der Welt, an dem wir jetzt lieber wären», ruft er den 44.500 Besucherinnen und Besuchern zu. «Wir haben total Bock auf dieses Wochenende.» 

Insgesamt werden bei beiden «Heimspielen» am Freitag und Samstag sogar fast 90.000 Zuschauer in die Arena am Rhein strömen. «Die Toten Hosen haben an diesem Wochenende die Stadt übernommen», konstatierte Düsseldorfs Oberbürgermeister Stephan Keller. 

Ein langer Weg

«Es war ein langer Weg bis hierhin seit 1982», sagt Campino. Rund 100 Konzerte haben die Punkrocker seither in der Landeshauptstadt gespielt – das erste unter einer Rheinbrücke, weil die Hallenbesitzer damals – zu Recht – um ihr Inventar fürchteten, wie ein Auftritt in der Universität bewies, bei dem einiges zu Bruch ging. 

Nun wehte ein Hauch von Wehmut durch die Arena. Nach 44 Jahren Bandgeschichte haben die Toten Hosen ihren Abschied angekündigt. «Trink aus! Wir müssen gehen» heißt die Tour, die sie nun erstmals nach Nordrhein-Westfalen führte und die in einem Jahr dort an selber Stelle enden soll. Doch erst einmal feiern mehrere Generationen Hosen-Fans ihre Musik. 

Die Klassiker «Pushed again», «Auswärtsspiel», «Wünsch dir was» und «Hier kommt Alex» lassen die Menge sofort toben. «Wir waren nie weg» vom neuen Album steht dem in nichts nach. «Vielen, vielen Dank für eure Treue», ruft Campino, der vor wenigen Tagen seinen 64. Geburtstag feierte und davor ein weiteres Nummer-Eins-Album. 

Der schwärzeste Tag

Die Band erinnert auch an den schwärzesten Tag ihrer Bandgeschichte vor 29 Jahren an selber Stelle, allerdings noch im alten, längst abgerissenen Rheinstadion. Damals kam die 16-jährige Rieke im Gedränge vor der Bühne ums Leben. «Heute ist ihre Schwester hier», sagt Campino.

Zweieinhalb Stunden spielen die Hosen ihr Best-of-Repertoire und vieles vom neuen Album. Bei den Zugaben kommt Sammy Amara, Sänger der befreundeten Broilers, auf die Bühne und singt mit Campino «Meine Familie» im Duett. 

Im Juli 2027 kehren die Hosen dann noch einmal in die Arena zurück, zum großen Schlussakkord – mindestens der Tournee, vielleicht auch der Toten Hosen als Band insgesamt nach dann 45 Jahren.