Duisburg (dpa/lnw) – Knapp neun Monate nach einer tödlichen Messerattacke in Oberhausen ist ein 59-Jähriger am Montag zu lebenslanger Haft wegen Mordes verurteilt worden. Der Angeklagte hatte gestanden, die Mutter seiner vier Kinder am 20. Februar dieses Jahres in der ehemals gemeinsamen Wohnung erstochen zu haben. Laut Urteil des Duisburger Schwurgerichts hatte sich die 50-Jährige nach rund 30 gemeinsamen Jahren vom Angeklagten trennen wollen.
Die Stiche trafen unter anderem den Brustbereich und das Gesicht der Frau. Dabei wurde die Hauptschlagader durchtrennt. Die 50-Jährige verblutete noch am Tatort. Anschließend hatte der Angeklagte seiner bereits toten Ex-Partnerin in einer Chatnachricht geschrieben: «Schlaf schön, mein Schatz. Du warst die große Liebe meines Lebens.» Seinen Kindern teilte er mit, dass beide bald wieder vereint seien. Danach versuchte er sich laut Urteil selbst das Leben zu nehmen – unter anderem durch Messerschnitte in die Handgelenke.
Vierfache Mutter beleidigt, gedemütigt und kontrolliert
Motiv für die Tötung war laut Urteil ein übersteigertes Besitzdenken. «Der Angeklagte hatte das Bedürfnis, Macht und Kontrolle über seine Partnerin auszuüben», sagte Richterin Christina Frick. Er habe sie schon früher beleidigt, gedemütigt und kontrolliert. Durch die endgültige Trennung habe der 59-Jährige befürchtet, die Kontrolle über sie zu verlieren. Außerdem sei er eifersüchtig gewesen.
Die Richter werteten die Tat als heimtückischen Mord aus niedrigen Beweggründen. Die 50-Jährige habe mit keinem Angriff gerechnet. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

