Erfüllt sich im BVB-Trikot einen Kindheitstraum: Alexandra Popp.
Erfüllt sich im BVB-Trikot einen Kindheitstraum: Alexandra Popp. Foto: Bernd Thissen/dpa

Dortmund (dpa) – Alexandra Popp war bei der offiziellen Saisoneröffnung von Borussia Dortmund eine gefragte Frau. Als das Testspiel gegen die AS Rom noch lief, gab die ausgewechselte Stürmerin im Stadion Rote Erde Autogramme und machte Selfies mit den BVB-Fans. Mehr als 8500 Zuschauerinnen und Zuschauer besuchten den letzten Härtetest der BVB-Frauen mit der langjährigen Wolfsburgerin vor dem Saisonbeginn im Stadion Rote Erde. 


«Die Fans haben Bock auf Frauenfußball» 

«Es hat mega Spaß gemacht. Schon beim Aufwärmen hier rauszukommen und so viele Leute hier zu sehen, das ist nicht selbstverständlich», sagte die frühere DFB-Kapitänin nach dem Abpfiff. «Da sieht man einfach, was für eine Kraft der BVB hat und dass die Fans Bock auf Frauenfußball haben. Das macht Lust auf mehr.»

Neben all dem Gedrängel nach Selfies und Autogrammen mit Popp setzten die Dortmunderinnen bei der Saisoneröffnung auch sportlich ein Ausrufezeichen: Das Duell mit dem italienischen Double-Sieger und Champions-League-Teilnehmer AS Rom gewann der Regionalliga-Club überraschend mit 1:0. 

Am kommenden Donnerstag starten Popp und die BVB-Frauen gegen Arminia Bielefeld in die neue Saison. «Wir freuen uns natürlich auch, wenn beim Eröffnungsspiel genauso volles Haus ist. Im Optimalfall dann natürlich auch in allen weiteren Heimspielen», sagte Popp. «Ich glaube, die Mädels sind extrem heiß.» Für die neue Saison haben die BVB-Frauen bereits mehr als 1500 Dauerkarten verkauft. 

Rückkehr in die Heimat zum Herzensverein 

Bei Borussia Dortmund beginnt für die 35-Jährige am Donnerstag das letzte Kapitel ihrer großen Karriere. Popp ist zurück, wo ihre Liebe zum Fußball begonnen hat. Der BVB-Fan ist in Witten geboren, nur wenige Kilometer von Dortmund entfernt. «In den letzten 15 Jahren bin ich nach Hause gefahren, um Urlaub zu machen. Jetzt habe ich plötzlich wieder meine eigenen vier Wände in meinem Heimatdorf», erklärte sie nach ihrem BVB-Debüt im Juli. 

Dazwischen liegen viele Erfolge: 14 Jahre beim VfL Wolfsburg, sieben deutsche Meisterschaften, elf DFB-Pokalsiege, zwei Triumphe in der Champions League. Dazu große Abende mit der Nationalmannschaft, der Olympiasieg 2016, 145 Länderspiele. 

Popp hat im Fußball fast alles erreicht, was zu erreichen war. Und trotzdem beginnt in Dortmund etwas Neues. Nicht oben, sondern unten. Popp hätte ihre Karriere auch an einem Ort ausklingen lassen können, an dem Titel und große Spiele längst zum Alltag gehören. Stattdessen kehrt sie zu ihrem Herzensverein in die drittklassige Regionalliga West zurück und trägt laut Vertrag bis 2029 nun selbst das Trikot, von dem sie als Kind träumte.

Dass sie eines Tages im schwarz-gelben Trikot auflaufen würde, war zu Beginn ihrer Karriere unvorstellbar. Denn die BVB-Frauen gibt es erst seit 2020 – damals wurde aus mehr als 50 Spielerinnen ein Team zusammen gecastet. Von der Kreisliga aus gelang viermal nacheinander der Aufstieg. Vergangene Saison verpasste das Team den Sprung in Liga zwei dann knapp.

Popp noch einmal in der Bundesliga?

Nun nimmt Popp mit dem BVB, bei dem alle Spielerinnen bereits seit vergangener Saison mit Profiverträgen ausgestattet sind, den nächsten Anlauf. Das große Ziel: der Durchmarsch bis in die 1. Bundesliga. «Wenn es so optimal läuft, wäre mein letztes Jahr noch in der Bundesliga», sagte Popp unlängst in einem Sky-Interview. Gleich in ihrer ersten Saison wird Deutschlands dreimalige «Fußballerin des Jahres» das Team dabei als Kapitänin aufs Feld führen. 

Neben Duellen mit dem FC Schalke 04, MSV Duisburg oder Fortuna Köln in der Liga wartet Anfang September noch ein besonderes Wiedersehen auf Popp: In der ersten Runde des Westfalenpokals gastiert mit dem 1. FFC Recklinghausen ausgerechnet einer ihrer Jugendvereine in Dortmund.