
Düsseldorf (dpa/lnw) – Pferde, Kühe, Katzen, Rehe – Franz Marcs leuchtend bunte Tierbilder gehören zu den berühmtesten Werken der Avantgarde des frühen 20. Jahrhunderts. In einer großen Ausstellung in der Kunstsammlung NRW in Düsseldorf sind ab dem 12. September mehr als 120 Gemälde und Paperarbeiten des Mitbegründers der Künstlergruppe «Blauer Reiter» zu sehen. Marc fiel im Alter von nur 36 Jahren 1916 in Verdun.
Die Ausstellung versammelt Meisterwerke aus deutschen und internationalen Museen sowie aus Privatsammlungen, die nach Angaben der Kunstsammlung nur äußerst selten auf Reisen geschickt werden. Aus Madrid, Chicago, Washington, dem Guggenheim Museum und dem Museum of Modern Art (MoMA) in New York sind bereits große Transportkisten mit den wertvollen Kunstwerken eingetroffen. Ein erster Blick in den Aufbau der Schau verspricht, dass Besucherinnen und Besucher zahlreiche weltbekannte Bilder aus nächster Nähe betrachten und in bunten Farben schwelgen können.
Franz Marc gehört wegen seiner farbenprächtigen ikonischen Tierbilder zu den beliebtesten Künstlern der Moderne. «Wenn wir an Franz Marc denken, dann haben wir sofort die blauen Pferde im Kopf», sagt Kuratorin Susanne Meyer-Büser. Das Gesamtwerk des Künstlers besteht aus nur 244 Gemälden und etwa genauso vielen Aquarellen und Zeichnungen, die in wenigen Jahren vor dem Ersten Weltkrieg zwischen 1904 und 1914 entstanden.
In der Kunstsammlung (K20) wird Marcs gesamter künstlerischer Weg verfolgt, der von spätimpressionistischen Werken über die Tierbilder bis zur kubistisch inspirierten vollständigen Abstraktion verlief. Selbst auf dem Schlachtfeld zeichnete Marc noch berührende Bilder von friedlich grasenden Pferden, von Rehen und Schwalben – nicht aber das Kampfgeschehen und den Tod.
Zu sehen sind in Düsseldorf die leuchtenden Bilder von Pferden, Kühen, Katzen, Hunden, Affen, aber auch Frauenakte, die den Einfluss von Paul Gauguin erkennen lassen sowie die bunten abstrakten Kompositionen, die als letzte Gemälde Marcs entstanden und in denen Tiere immer mehr in den Hintergrund rückten. Schon 1913 bewirkte eine Reise Marcs in das politisch zerrissene Südtirol, dass sich die ehemals harmonischen Landschaftsvisionen zu dystopischen Szenerien mit einsamen, ausgemergelten Tierkreaturen verkehrten.
Franz Marc trifft ins Herz
«Er hat tatsächlich etwas, was den Menschen ins Herz trifft», sagt Meyer-Büser. Der Titel der Ausstellung «Die Suche nach einer besseren Welt» treffe auch ein aktuelles Zeitgeistthema – «ein Gefühl, was in der Luft liegt» und die Sehnsucht nach einem Ort der Harmonie und der Ruhe. Auch Marc sei damals auf dieser Suche gewesen. «Die Menschen waren überwältigt von den ganzen Neuerungen, die es in der Industrialisierung und Technik gab. Und man hat keinen Ort gefunden für sich.»
Die Ausstellung «Franz Marc. Die Suche nach einer besseren Welt» ist vom 12. September bis zum 24. Januar 2027 in Düsseldorf zu sehen. Anschließend wird sie vom 26. Februar bis 4. Juli 2027 im Kunstmuseum Bern gezeigt.
