
Bochum (dpa/lnw) – Nach einer tödlichen Messerattacke in Herne ist ein Frührentner am Mittwoch zu neun Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden. Der 61-Jährige hatte gestanden, am 3. Juli vergangenen Jahres mit einem Fleischermesser mehrfach auf einen Bekannten eingestochen zu haben. Der 37-Jährige hatte laut dem Gericht keine Chance und verblutete.
Im Prozess am Bochumer Schwurgericht hatte sich der deutsche Angeklagte auf Notwehr berufen. Dafür sahen die Richter jedoch keine Anhaltspunkte. Das Urteil lautet auf Totschlag.
Die beiden Männer hatten sich am Tattag in der Herner Wohnung des späteren Opfers verabredet, um gemeinsam zu kochen. Warum es dabei zum Streit gekommen ist, konnte laut Urteil nicht geklärt werden. Die Ärzte hatten später acht Stichverletzungen festgestellt – im Hals und im Brustbereich. Dabei waren unter anderem die Halsschlagader und die Körperhauptschlagader getroffen worden.
Der 61-Jährige hatte den 37-Jährigen im Prozess als «besten Freund» bezeichnet, den er fast wie einen «eigenen Sohn» angesehen habe. Nach der Tat hatte er sich selbst bei der Polizei gemeldet. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.
